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Donnerstag, 11.10.2018

Mission Berlin

Zittaus Oberbürgermeister bekommt genau 15-mal 20 Sekunden: Das wird die erste knifflige Aufgabe für das Team vom Kulturhauptstadtbüro.

Von Jana Ulbrich

Erste Bewährungsprobe für das Team vom Kulturhauptstadtbüro: Sandra Scheel, Viktoria Ruhl und Jenny Böttcher (v.li.) bereiten die Präsentation der Stadt Zittau vor der Kulturstiftung der Länder in Berlin vor.
Erste Bewährungsprobe für das Team vom Kulturhauptstadtbüro: Sandra Scheel, Viktoria Ruhl und Jenny Böttcher (v. li.) bereiten die Präsentation der Stadt Zittau vor der Kulturstiftung der Länder in Berlin vor.

© Matthias Weber

Zittau. Thomas Zenker wird nur fünf Minuten Zeit haben – ganz genau genommen 15-mal 20 Sekunden. Keine Sekunde mehr. „Das ist schon eine ziemlich knifflige Aufgabe“, findet Sandra Scheel, die Projektmanagerin für Zittaus Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025.

Die Aufgabe für den Oberbürgermeister und das Team vom Kulturhauptstadtbüro wird es am kommenden Dienstagnachmittag bei der offiziellen Auftaktveranstaltung für das Kulturhauptstadtjahr 2015 sein, Zittau und die Region vorzustellen – mit 15 Bildern, die jeweils 20 Sekunden lang zu sehen sein werden, und mit ein paar passenden Worten dazu. Thomas Zenker will den kurzen Vortrag in Berlin halten, Sandra Scheel und ihre beiden Kolleginnen vom Kulturhauptstadtbüro werden die Präsentation vorbereiten. Es ist die erste Bewährungsprobe für das junge Team.

Noch ist alles ganz geheim, noch rauchen die kreativen Köpfe der drei jungen Frauen über der Auswahl und Gestaltung von 15 Bildern. Sie sollen die Stadt und die Idee der Kulturhauptstadt im Dreiländereck möglichst treffend und überzeugend darstellen. Die Konkurrenz ist ja beinahe übermächtig: Allein aus Sachen haben auch Dresden und Chemnitz ihre Ambitionen für eine Bewerbung angemeldet, bundesweit kommen Magdeburg, Gera, Hildesheim, Hannover, Nürnberg und Pforzheim hinzu. Womöglich auch noch ein paar andere. Zittau ist da mit Abstand die kleinste Bewerber-Stadt.

Und dennoch sieht Sandra Scheel große Chancen für die Kleine: „Wir bewerben uns ja nicht als Stadt allein, sondern als ganze Region“, erklärt sie. Größtes Pfund, mit dem der OB in Berlin wuchern kann, ist die grenzübergreifende Bewerbung. „Wir wollen als Dreiländereck auftreten“, sagt die Projektmanagerin. „Damit erfüllen wir die europäische Dimension der Kulturhauptstadt-Idee ja schon von vornherein.“ Kein anderer Bewerber könne da mithalten.

Aber ob das reicht? Vor einigen Tagen hat die Kulturstiftung der Länder die Ausschreibungsunterlagen für die Bewerbungen 2025 veröffentlicht: 27 eng beschriebene Seiten mit allen Anforderungen und Wünschen an die Bewerber. Die reichen von „ehrenwörtlichen Erklärungen“ über die finanzielle Situation des Bewerbers bis zur „Einbindung der örtlichen Bevölkerung“. Die allerdings muss erst einmal abstimmen, ob sie überhaupt eine Kulturhauptstadt in Zittau will. Im Mai wird es dazu einen Bürgerentscheid geben. Auch darin ist Zittau einzigartig. Ein Einwohnervotum hat es bisher in noch keiner Kulturhauptstadt gegeben.