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Donnerstag, 31.05.2018

Ministerium bestätigt Güterrückgang über die Elbe

Die Grünen und der Hafenbetreiber SBO werfen sich in der Debatte um das geplante Containerterminal gegenseitig Wortbruch vor.

Von Britta Veltzke

2017 sind rund 16Prozent weniger Schüttgüter und acht Prozent weniger Container im Riesaer Hafen abgefertigt und über die Elbe abtransportiert worden als im Jahr davor.
2017 sind rund 16 Prozent weniger Schüttgüter und acht Prozent weniger Container im Riesaer Hafen abgefertigt und über die Elbe abtransportiert worden als im Jahr davor.

© Sebastian Schultz

Riesa. Im vergangenen Jahr sind rund 16 Prozent weniger Schüttgüter und acht Prozent weniger Container im Riesaer Hafen abgefertigt und über die Elbe abtransportiert worden als im Jahr davor. Das geht aus der Antwort des sächsischen Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der grünen Landtagsfraktion hervor. Der Prokurist des Hafenbetreibers Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) hatte gegenüber der SZ von einem Rückgang des Schiffsumschlags von 0,15 Prozent gesprochen. „Da der geplante Hafenausbau ein sehr streitbares Thema ist, sollte auf jeden Fall die Grundlage der Diskussion stimmen“, sagt die Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Katja Meier. Für die Partei ist der Rückgang ein weiteres Argument gegen den Ausbau des Riesaer Hafens. Wie den jüngst wiedereröffneten Hafen in Torgau betrachtet Meier auch den hiesigen Hafenausbau „als sehr teures Projekt mit zweifelhaftem Nutzen“.

SBO-Chef Heiko Loroff wirft den Grünen ebenfalls Wortbruch vor. „Wenn es grüne Umweltpolitik wäre, sollten die Herrschaften mal in ihre Parteiprogramme schauen.“ Das Gesamtkonzept Elbe sei durch die Verbände der Grünen und die Landesregierungen verabschiedet worden. „Auch hier waren grüne Regierungsbeteiligte mit am Tisch“, argumentiert er. Loroff verweist auf das Jahr für Jahr steigende Wachstum der Containermengen in Riesa insgesamt. Die SBO zählt dabei nicht nur die Ware, die per Schiff abtransportiert wird, sondern auch solche, die Riesa per Lkw und Zug verlässt. Als Logistikunternehmen arbeitet der Betrieb trimodal. Ziel ist laut Loroff „eine sinnvolle Verknüpfung der drei Verkehrsträger zum ökologischsten und ökonomischsten Waren- und Containertransport im Hinterlandverkehr“.