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Mittwoch, 05.02.2003 Sachsen

Minister Rößler schließt mehrere Uni-Fächer

Das Wissenschaftsministerium hat den Universitäten eine Liste vorgelegt, welche Fachrichtungen bis 2008 wegfallen. Sie ist Bestandteil des geplanten Hochschulpakts, mit oder ohne die Universität Leipzig.

Von Stephan Schön

Dresden. Die Juristische Fakultät der TU Dresden mit ihren 2 000 Studenten wird geschlossen. Dafür entsteht eine private Rechtshochschule. Wie Wissenschaftsminister Matthias Rößler (CDU) gestern der SZ bestätigte, sei dies Teil seines Kürzungspaketes, das er den Universitäten übergeben habe. „Das Land sollte die politische Verantwortung übernehmen“, sagte Rößler. „Jetzt übernehmen wir sie.“ Die Hochschulen hatten dies gefordert.

Gegen diese Kürzung protestiert die TU Dresden zwar, erkennt aber an: „Das ist unter den schlechten Lösungen noch die mit den geringsten Nebenwirkungen für andere Fächer“, erklärte dazu Unikanzler Alfred Post. Es sei zudem ein Stipendienprogramm geplant, mit dem gute Abiturienten ohne Gebühren am privaten Exzellenz-Zentrum studieren könnten.

Außer der Konzentration der staatlichen Juristenausbildung in Leipzig sind weitere Zusammenlegungen geplant. Nach Informationen der SZ sollen die Bauingenieure von Leipzig nach Dresden kommen, die Leipziger Geowissenschaften nach Freiberg. Mathematik wird in Freiberg eingestellt und die Wirtschaftswissenschaften Freiberg und Chemnitz verschmelzen. Chemnitz soll dafür offenbar Chemie und Romanistik abgeben.

Jetzt müssen die Senate der Universitäten den Vorgaben zustimmen, sonst wäre dazu ein Landtagsbeschluss nötig. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) plant, den Hochschulpakt im Frühjahr abzuschließen und Planungssicherheit zu bieten. Wie Rößler ergänzt, „mit oder ohne die Leipziger Universität“. Aber die Tür bleibe offen.