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Montag, 10.09.2018

Minimalisten bejubeln Heimsieg

Mit dem siebenten Saisontor sichert sich Bautzen den Sieg gegen Auerbach. Schiebock verliert Derby in Neugersdorf.

Von Jürgen Schwarz

Johann Weiß (links) hat getroffen. Es war der einzige Treffer im Stadion Müllerwiese am Sonnabend, aber er reichte Budissa zum dritten Saisonsieg.
Johann Weiß (links) hat getroffen. Es war der einzige Treffer im Stadion Müllerwiese am Sonnabend, aber er reichte Budissa zum dritten Saisonsieg.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Leider fast zeitgleich gingen die beiden vorgezogenen Partien des 7. Spieltages der Fußball-Regionalliga Nordost über die Bühne. Die FSV Budissa Bautzen setzte sich vor 413 Besuchern gegen den VfB Auerbach mit 1:0 (0:0) durch, der Bischofswerdaer FV unterlag vor 507 Zuschauern in Neugersdorf mit 1:2 (0:1).

„Wir haben sicher das bisher schwächste Heimspiel der Saison gezeigt, dennoch freuen wir uns natürlich über die drei Punkte.“ Wieder einmal musste Budissas Trainer Torsten Gütschow konstatieren, dass gute Fußballkost nicht automatisch zum Erfolg führt – und umgekehrt. „Wir haben in Erfurt viel besser gespielt, aber 0:1 verloren. Diesmal haben wir alles vermissen lassen, aber das beziehe ich nur auf die erste Halbzeit.“ Mit dem 0:0 zur Pause war Bautzen gut bedient. Zwar hatte Tony Schmidt aufseiten der Gastgeber den ersten Torschuss im Spiel zu verzeichnen, aber danach Kadric (11.), Zimmermann (22./an die Querlatte) und Stock (28.) lukrative Chancen zur Pausenführung der Auerbacher. Außerdem traf Danny Wild per Kopfball ins Schwarze, stand aber knapp im Abseits.

Die Gäste mussten die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten, weil Marcin Sieber nach wiederholtem Foul die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (41.). Gütschow stellte um, schickte Stürmer Marek Langr für den jungen Polen Mateusz Ciapa auf das Feld. Diese Maßnahme zeigte schnell Erfolg, denn nach einem Freistoß von Schmidt erzielte Johann Weiß mit einem wuchtigen Kopfball das Tor des Tages (50.). „Danach haben wir es wieder einmal verpasst, mit einem zweiten Tor für Ruhe zu sorgen“, monierte Gütschow. Marek Langr und Niclas Treu hätten alles klar machen können, „so aber mussten wir wieder bis zum Abpfiff zittern“. Einige Male dürfte nicht nur dem Bautzener Coach der Schreck in die Glieder gefahren sein, als Mielke und Wild vor Budissas Torhüter Maik Ebersbach auftauchten, der Kapitän der Spreestädter aber sein Tor sauber hielt. So schoben sich die Budissen erst einmal mit elf Zählern auf den fünften Platz der Tabelle. Für Auerbach-Coach Sven Köhler, erst im Sommer zum VfB gekommen, dürfte es nach der dritten Niederlage in Folge schon eng werden.

Auch die Bischofswerdaer kassierten in Neugersdorf ihre dritte Niederlage in Folge. FCO-Torjäger Josef Marek traf doppelt (4., 60.), Tom Hagemann hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert. Die Partie in der Sparkassen-Arena hatte zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten. Vor der Pause boten die Schiebocker eine schwache Vorstellung. „Das war viel zu wenig und zwar in jeder Beziehung“, nahm BFV-Kapitän Dominic Meinel kein Blatt vor den Mund. Die Gäste wirkten nach dem frühen Rückstand und der schweren Verletzung ihres Abwehrchefs Fernando Lenk, der schon nach neun Minuten ausgewechselt werden musste, überfordert.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit fand der Aufsteiger dank der taktischen Umstellung von Trainer Erik Schmidt seinen Rhythmus. Hagemanns schöne Einzelleistung zum 1:1 war der verdiente Lohn, auch wenn die Freude der Bischofswerdaer nur 360 Sekunden anhielt. „Wir haben nach dem 1:2 alles versucht, aber leider den Ausgleich nicht geschafft“, bedauerte Schmidt. Allein in den letzten Minuten vergaben Thomas Sonntag (86.) sowie Tomas Petracek (89., 90.+3) drei lukrative Möglichkeiten zum (verdienten) Ausgleich. FCO-Coach Karsten Hutwelker hatte zum ersten Mal nach längerer Zeit wieder Robert Koch für die Startelf nominiert und wirkte nach Spielende hin- und hergerissen. „Natürlich zählt der Derbysieg, aber wir waren in den zweiten 45 Minuten viel zu passiv. Wir hatten eine erfahrene Elf auf dem Platz, da erwarte ich, dass man das anders löst.“