sz-online.de | Sachsen im Netz

Mini-Gurke bis Japan-Primel

Manuela Hirsch nahm erstmals an der Gaußiger Landpartie teil. Mit besonderen Pflanzen.

07.05.2018
Von Carmen Schumann

e bis Japan-Primel
Schöne und seltene Pflanzen, die das hiesige Klima gut vertragen, verkaufte Manuela Hirsch aus Ottendorf-Okrilla auf der „Landpartie“ am Wochenende in Gaußig. Bei schönstem Wetter bummelten rund 5 000 Besucher durch den Schlosspark.

© Carmen Schumann

Gaußig. Die Mini-Gurke ist eigentlich gar keine richtige Gurke, sondern eine Frucht, die aus Mexiko stammt und der Stachelbeere ähnelt. „Man kann sie naschen oder für Salate und für Bowle nehmen“, sagt Manuela Hirsch. An ihrem Stand auf der Garten- und Freizeitmesse Landpartie in Gaußig verkauft sie an diesem Wochenende besondere Pflanzen, die es nicht in jedem Garten- oder Baumarkt gibt. „Es sind vor allem ausschließlich Gewächse, die in Deutschland herangezogen wurden“, sagt Manuela Hirsch, die aus Ottendorf-Okrilla angereist ist und zum ersten Mal an der Verkaufsausstellung in Gaußig teilnimmt.

Die Besucher an ihrem Stand fragen nach den Namen der Pflanzen und wollen vor allem wissen, ob die grünen Schönheiten auch winterhart sind. Bei den allermeisten ist das der Fall. Denn es sind Pflanzen, die an die hiesigen Witterungsverhältnisse angepasst sind. Manuela Hirsch gibt ihren Kunden zudem Tipps, mit welchen Tricks sie ihre Schützlinge gut über den Winter bekommen.

Bewusst in die Gärtnerei

Die wenigsten Schaulustigen gehen ohne einen gut gefüllten Beutel davon. Das freut die Gärtnerin, die auch schon andere Erfahrungen machen musste. „In letzter Zeit ist zunehmend zu beobachten, dass Kunden sich beraten lassen und einem anschließend mitteilen, dass sie ihre Pflanzen dann doch lieber im Baumarkt kaufen“, sagt die Frau mit dem grünen Daumen. Das sei „Ausbeutung von Fachwissen“. Für jemanden, der sich wie sie als Selbstständige mühsam durchschlagen muss, sei so etwas deprimierend.

Die Geiz-ist-geil-Mentalität findet Manuela Hirsch verheerend. Dennoch will sie sich dem Trend nicht anschließen. Alle Pflanzen, die sie nicht selbst heranzieht, kaufe sie beim Deutschen Gärtnerring, einer Art Genossenschaft. Und auch die Deko-Artikel, die sie anbietet, werden ausschließlich in Deutschland hergestellt, betont sie. Sowohl Letztere als auch die Grünpflanzen seien deshalb teurer als Importe. Dafür könne man aber sicher sein, dass die Ware eine ausgezeichnete Qualität hat. Und Qualität habe eben ihren Preis. Zum Glück habe sie etliche Stammkunden, von denen viele zwar nur einen schmalen Geldbeutel hätten, aber trotzdem die gute Qualität zu schätzen wüssten und deshalb ganz bewusst in der privaten Gärtnerei und nicht im Großmarkt einkauften.

Manuela Hirsch hat sich mit ihrem Gartenbaubetrieb einen Kindheitstraum erfüllt. Doch dahin kam sie nur auf Umwegen. Die 54-Jährige hatte schon als Kind gerne mit ihrer Oma im Garten gewerkelt. Doch eine Lehrstelle als Blumenbinderin, wie man die Floristin damals noch nannte, fand sie nicht. Deshalb wurde sie Tischlerin bei den Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau. Diesen Beruf, der ihr auch viel Spaß gemacht habe, musste sie aber aufgeben, nachdem ihre Tochter behindert zur Welt kam. Später machte sich Manuela Hirsch mit einer kleinen Gebäudereinigungsfirma selbstständig. Wegen der schlechten Zahlungsmoral einiger Kunden habe sie diese jedoch wieder aufgegeben. So sattelte sie nochmals um.

Auf vielen Messen unterwegs

Mit ihrer Gärtnerei ist sie nun recht glücklich, auch wenn es nicht so einfach sei, sich über Wasser zu halten. Sie betreibt in Ottendorf-Okrilla auch einen Hofladen, der aber keine festen Öffnungszeiten hat. Zur Erntezeit verkauft sie ihr Gemüse aus einem Wagen. Ansonsten ist sie viel auf Naturmärkten, Pflanzenmessen und Gartenfestivals unterwegs. Dadurch kennt sie auch André König aus Suhl, der mit seiner Agentur zahlreiche solche Veranstaltungen in mehreren Bundesländern organisiert – darunter auch die Gaußiger Landpartie.

„Die war diesmal wettertechnisch die schönste, die je stattgefunden hat“, resümiert König mit Blick auf die früheren oft verregneten Veranstaltungen. Von der Resonanz her sei es am Sonnabend eher verhalten, dafür am Sonntag sehr gut gelaufen. Mit rund 5 000 Besuchern sei man aber nicht unzufrieden. Gut angekommen seien bei den Besuchern auch das Irish-Folk-Konzert am Freitagabend sowie die Falknervorführungen und die mit Border Collies, die als Hütehunde eingesetzt werden. Das sei auch der Anspruch der Landpartie, sagt König. Anders als andere Messen dieser Art „wollen wir mehr Programm bieten“.