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Samstag, 15.09.2018

Menschen sind auch keine Lösung

Von Uwe Jordan

Die Pressekarikaturen-Schau „Menschen sind auch keine Lösung“ ist bis zum 29.September im Lausitz-Center Hoyerswerda am Lausitzer Platz 1 zu sehen.Foto: Uwe Jordan
Die Pressekarikaturen-Schau „Menschen sind auch keine Lösung“ ist bis zum 29. September im Lausitz-Center Hoyerswerda am Lausitzer Platz 1 zu sehen. Foto: Uwe Jordan

Zu lachen gibt‘s ja manchmal nicht viel. Aber gerade dann darf man seinen Humor nicht verlieren. Das Betrachten einer passenden Karikatur ist oft hilfreich beim Wiederfinden der guten Laune. Möglich ist das noch bis zum 29. September im Lausitz-Center Hoyerswerda am Lausitzer Platz 1.

In diesen zwei Wochen wird dort im Ex-Centrums-Teil, also im Erdgeschoss des „neuen“ Centers, die Schau zum 18. Deutschen Karikaturenpreis gezeigt. Bei diesem Wettbewerb wurden die besten Pressezeichnungen des Jahres 2017 aus dem deutschsprachigen Raum gesucht.

Dieser 18. Wettbewerb war, wie alle seine Vorgänger auch, unter ein spezielles Thema gestellt worden. Diesmal waren die Zeichner aufgerufen, sich mit ihren Arbeiten zum Thema „Menschen sind auch keine Lösung“ um den Goldenen, Silbernen und Bronzenen Bleistift zu bewerben. Was damit gemeint ist, verdeutlicht schon das Titelbild des Ausstellungskataloges (auch Plakatmotiv der Ausstellung; siehe das Bild links), geschaffen von ZAK: Der liebe Herrgott hat von Ikea ein Modell „Mensch“ geliefert bekommen und muss betrübt feststellen, dass nicht nur bei Zusammenbaumöbeln gilt: „Ein Teil fehlt immer!“ – nur dass es in diesem Fall das Teil ist, was den Menschen ausmacht und zwischen den Ohren sitzt. Sitzen sollte ...

Allerdings hat ZAK damit zwar die höchstmögliche Ehre errungen, nämlich, auf besagtem Titel zu sein – aber die Preise haben andere abgeräumt. Als Gewinner des Goldenen Bleistifts (Bester Einzelbeitrag) kürte die Jury Frank Hoppmann für ein, nun ja, wenig schmeichelhaftes Porträt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Könnte Jan Böhmermann malen, hätte er kein Erdogan-Gedicht mit Ziegen machen müssen, sondern ein Bild à la Hoppmann verfertigt; es wäre so ziemlich auf dasselbe herausgekommen.

Den Sonderpreis für den besten Neueinsteiger (Newcomer) räumte Flemming ab, der einen Mann in der Supermarkt-Schlange fordern lässt: „Rettungskasse bilden.“ K statt G. DAS hat was. Aber Humor ist ja immer Geschmackssache. Wer das alles zum Mitnachhausenehmen haben möchte: Im SZ-Treffpunkt (beim Hoyerswerdaer Tageblatt) im Obergeschoss des Lausitz-Centers gibt‘s für 17,90 Euro den Ausstellungskatalog.