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Donnerstag, 21.01.2010

Meißen sucht den Super-Sänger

Mit dem neuen Wettbewerb Meissener Drossel gehen SZ und Hafenstraße deutschlandweit auf Talentefang. Gesucht wird die beste Musik mit deutschen Texten.

Meißens Kulturszene nimmt Fahrt auf. Neben dem Literaturfest im Juni steht dieses Jahr ein musikalisches Großereignis an. Die Sächsische Zeitung und das Soziokulturelle Zentrum Hafenstraße suchen republikweit den besten Sänger, die beste Sängerin und die beste singende Band. Dem musikalischen Einfallsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt: Angefangen vom Chanson über den Folksong bis zum Rap oder der Rock-Ballade. Nur akustisch vorgetragen und deutsch getextet müssen die Songs sein.

Programmchef Peter Braukmann will mit dem Wettbewerb bewusst einen Kontrapunkt zu TV-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ setzen, wo Talente nicht gefördert, sondern verheizt werden.

Am besten sichtbar wird Braukmanns Anspruch am Preispaket für die Gewinner. Die Meissener Drossel fördert ihre jungen Talente über ein ganzes Jahr hinweg, nicht nur über ein mehrwöchige DSDS-Staffel. Eine eigene Drossel-Tournee soll im Sommer über Zeltplätze, in Autohäuser und Altenheime führen. Die Gewinner dürfen solo im Singenden Klingenden Räumchen der Hafenstraße auftreten. Im Dezember wird es nach Angaben von Braukmann eine weitere Tournee durch ausgewählte Live-Klubs im gesamten Bundesgebiet geben.

Der Hafenstraßen-Programmchef kann für die Organisation auf Kontakte aus seiner Zeit beim Folk-Duo Schnappsack und als Fernseh-Produzent zurückgreifen. Das gleiche gilt für die Auswahl der Juroren und Paten des Wettbewerbes. Ostdeutschlands bekannteste Liedermacherin Barbara Thalheim hat bereits zugesagt. Konstantin Wecker sucht nach Wegen, die Drossel in seinen übervollen Terminkalender einzubauen.

Gegenständlich werden soll der Wettbewerb in einer Porzellan-Trophäe, die die Gewinner am 9. Juni auf einer Gala überreicht bekommen. Porzellan-Gestalter Olaf Fieber zeichnet für Entwurf und Ausführung verantwortlich. Der Titel geht auf eine gemeinsame Idee von Fieber und Braukmann zurück. Der hat sich zuvor vogelkundig gemacht und erklärt den Namen zum Programm: Zur Singvogelfamilie der Drossel zählten rund 150 Arten, darunter auch die Amsel. Genau so vielfältig solle künftig die Meissner Drossel in der Welt singen. Sei es nun als Spottdrossel, Liebesdrossel oder Spaßdrossel, sagt der Kulturmanager.Peter Anderson