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Donnerstag, 19.07.2018

„Meine Mutti führt Buch“

Das Tor immer fest im Visier: Stürmer Norman Bendix. Foto: Egbert Kamprath
Das Tor immer fest im Visier: Stürmer Norman Bendix. Foto: Egbert Kamprath

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Der Name Norman Bendix steht beim Hartmannsdorfer SV Empor 1922 für Torgefährlichkeit und beste Schützenqualität. Seit über zehn Jahren ist der 28-jährige Mechatroniker der Toregarant bei dem Team aus dem Osterzgebirge. In der zurückliegenden Landesklasse-Saison traf Bendix 13-mal. Ein Jahr zuvor war der Frauensteiner mit 35 Treffern Schützenkönig in der Kreisoberliga geworden. 140 Tore in 236 Pflichtspielen stehen in seiner Visitenkarte.

Herr Bendix, Glückwunsch zum Klassenerhalt. Wie lief dieses erste Jahr in der 7. Liga?

Danke, wir sind stolz darauf, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Vor allem aus sportlicher Sicht, nicht wegen der Rückzüge in dieser Liga. Das hatten uns nicht so viele Insider unbedingt zugetraut.

Wie sehen Sie den Unterschied zwischen Kreisoberliga und Landesklasse?

Diese siebente Liga war für uns alle in Hartmannsdorf absolutes Neuland. Dementsprechend haben wir auch Lehrgeld zahlen müssen, haben gute wie schlechte Erfahrungen gesammelt. Es ist ein großer Sprung aus der achten Liga heraus in die Landesklasse. Als wir vor acht Jahren aus der Kreisliga in die Kreisoberliga aufgestiegen sind, habe ich diesen Unterschied nicht so sehr gespürt. Im letzten Jahr war das wesentlich deutlicher. Man bekommt weniger Torchancen, dafür wird fast jeder kleine Fehler in der Defensive bestraft.

Trotzdem haben Sie dieses Jahr gut überstanden, ohne neue Spieler zu holen. Wie war das möglich?

Wir sind halt eine eingeschworene Truppe. Unsere beiden Trainer Sandro Nitschke und Pierre Zimmermann machen eine hervorragende Arbeit. Die Spieler kennen sich seit vielen Jahren. Auch das Umfeld passt. Der Verein ist unser zweites Zuhause, es macht einfach Spaß, hier zu spielen. Nicht nur beim Fußball sind wir hier vereint, es wird viel gemeinsam unternommen und gibt es Probleme, dann wird auch darüber gesprochen. Wir haben mit David Glöckner, Oliver Behge, Dustin Heinrich, Dominik Müller und Patrick Neubert Spieler, die mittlerweile berufsbedingt oder wegen des Studiums nach Dresden gezogen sind. Da gibt es natürlich viele Möglichkeiten zum Fußballspielen. Aber sie kommen trotzdem weiterhin nach Hartmannsdorf.

Gab es Angebote anderer Vereine?

Ja, es haben Vereine aus der Region bei mir angeklopft. Aber ich fühle mich hier saugut. Ich wohne in Frauenstein, bin seit der A-Jugend hier beim HSV. Meine Arbeitsstelle ist in Klingenberg. Das passt alles und deshalb bleibe ich hier. Ich habe einst in Nassau in der F-Jugend begonnen, war dann einige Jahre in Burkersdorf aktiv und seit über zehn Jahren in Hartmannsdorf.

Waren Sie schon immer ein Torjäger?

Nein. Bis zur B-Jugend habe ich Linksverteidiger gespielt. Später bin ich immer weiter nach vorn gerückt. War im linken Mittelfeld aktiv und dann als Stürmer. Diese Rolle liegt mir wohl am besten. Wobei ich auch sagen muss, dass ich nicht eigensinnig beim Toreschießen denke. Wir wollen erfolgreich sein, da ist es letztlich egal, wer die Treffer markiert. Also wird auch ein besser positionierter Mitspieler angespielt. Das habe ich im Laufe der Jahre gelernt.

Trotzdem haben Sie mit 140 Toren in 236 Pflichtspielen eine eindrucksvolle Bilanz. Schreiben Sie alles auf?

Oh nein, meine Mutti führt Buch. Sie macht das schon seit meiner Kindheit, führt die Statistik über alle meine Spiele. Ich finde das absolut super!

Wie lauten die Ziele für die Saison?

Wir wollen erneut die Klasse halten und uns auf Dauer in der Liga etablieren.

Das Gespräch führte Jens Jahn.