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Sonntag, 10.06.2018

Mehr Pünktlichkeit versprochen

Kundenzufriedenheit vor Gewinnmaximierung - diese Parole gibt der Vorstandschef der Deutschen Bahn aus. Soll heißen: mehr Service, mehr Züge und vor allem mehr Pünktlichkeit.

Bahnvorstand Richard Lutz (re.)
Bahnvorstand Richard Lutz (re.)

© dpa

Berlin. Bahnchef Richard Lutz hat weitere Anstrengungen um mehr Pünktlichkeit der Züge angekündigt, aber auch um Verständnis geworben. „Das Grunddilemma, dass auf einem immer engeren Netz immer mehr Verkehr stattfindet, wird uns noch Jahre begleiten“, sagte Lutz der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der bundeseigene Konzern arbeite aber an dem Problem. „Allein 2018 nehmen wir zusätzlich mehr als 100 Millionen Euro dafür in die Hand“, sagte der Bahnchef. „Wir kämpfen jeden Tag um jede Minute.“

Im Fokus stünden derzeit modernere Stellwerke, auch für mehr Sicherheit, und eine bessere Wartung der Fahrzeuge. Auch die Auslieferung von 25 neuen ICE-Zügen bis Jahresende werde die Lage verbessern.

Ziel sei, dass 85 Prozent der ICE- und Intercity-Züge im Jahr 2022 pünktlich ankommen. Dieses Jahr will die Bahn 82 Prozent erreichen, hat in den vergangenen Monaten diesen Wert aber nur im Januar geschafft. Im Februar waren 80,4 Prozent der Fernzüge pünktlich, im März 75,3 Prozent, im April 76,5 Prozent. Als pünktlich gelten Züge nach Definition der Bahn, wenn sie maximal sechs Minuten Verspätung haben.

Lutz betonte: „Wir können mit Qualität und Pünktlichkeit derzeit nicht zufrieden sein.“ Das Unternehmen baue auf Rekordniveau, bis zu 800 Baustellen müssten pro Tag koordiniert werden.

Ungeachtet vieler Probleme im Betriebsablauf steigt die Zahl der Fahrgäste. „Die ersten vier Monate dieses Jahres hatten wir drei Prozent mehr Fahrgäste, der Umsatz stieg sogar um sieben Prozent“, sagte Lutz der „FAS“. Er führte dies auf zusätzliche Züge, mehr günstige Tickets und besseren Service zurück, etwa kostenfreies W-Lan. Schlechter läuft es im Güterverkehr. Hier werde es „schwer, in diesem Jahr die schwarze Null zu schaffen“. Lutz verwies auf die Bahnstreiks in Frankreich, Unwetter und höhere Energiekosten. Er räumte aber auch „hausgemachte Schwächen“ ein. Diese würden intensiv angegangen. (dpa)

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