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Dienstag, 15.05.2018

Mehr Jäger im Landkreis

Die Zahl der Jagdschein-Besitzer ist seit 2012 um rund 200 Personen gestiegen. Und es gibt noch einen anderen Trend.

© Symbolbild: dpa

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es mehr Jäger. Und diese werden durchschnittlich immer jünger. Das teilt das Landratsamt in Pirna mit.

Betrug das Durchschnittsalter der Waidmänner und -frauen im Landkreis zum Jahresende 2012 noch 59,7 Jahre sind es jetzt nunmehr im Schnitt 51 Jahre. Waren 2012 noch 1 072 Personen im Besitz des Jagdscheins, sind es mittlerweile 1 293 Personen.

Um Jäger zu werden, ist das Bestehen einer Jägerprüfung Pflicht. Diese wird im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zweimal jährlich – in der Regel im April und September – vom Landratsamt als unterer Jagdbehörde durchgeführt. In der diesjährigen Frühjahrsprüfung haben 40 Bewerber die Jägerprüfung erfolgreich absolviert. Insgesamt werden pro Jahr rund hundert angehende Jungjäger von ehrenamtlich engagierten und erfahrenen Jägern geprüft.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen: Bei der Schießprüfung werden die Disziplinen Bock, laufender Keiler und Tontaube beurteilt. Der schriftliche Test besteht aus 200 Fragen zum Ankreuzen, die innerhalb von zwei Stunden am PC beantwortet werden müssen. In der mündlich-praktischen Prüfung wird Wissen aus den Bereichen Jagdkunde, Waffenkunde, Verbraucherschutz und Recht in einem Prüfungsgespräch abgefragt.

Um zur Jägerprüfung zugelassen zu werden, müssen Bewerber nachweisen, dass sie mindestens 120 Stunden theoretisch und praktisch ausgebildet wurden. Des Weiteren müssen Bewerber spätestens sechs Wochen vor Prüfungsbeginn ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und zum Anmeldeschluss mindestens 15 Jahre alt sein.

Zu den Aufgaben des Jägers gehört neben der Bewirtschaftung des Wildes auch Artenschutz und Biotoppflege sowie die Vermeidung übermäßiger Wildschäden. Wie das Landratsamt mitteilt, wurden in diesem Zusammenhang im Jagdjahr 2017/18 insgesamt 4 395 Wildschweine erlegt. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden 2 855 Schweine geschossen. Durch die verstärkte Schwarzwildbejagung soll einerseits Wildschäden vorgebeugt werden. Andererseits werde mit einer Reduzierung des Schwarzwildbestandes das Risiko eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest gemindert. Unter Experten ist allerdings umstritten, ob das Problem mit einer Bejagung gelöst werden kann. (SZ)