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Freitag, 15.06.2018

„Mehr Geld für Feuerwehrleute“

Gert Schöbel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, fordert mehr Unterstützung vom Freistaat.

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Freistaat soll sich mehr für die Belange der Feuerwehren einsetzen.
Freistaat soll sich mehr für die Belange der Feuerwehren einsetzen.

© Uwe Soeder

  • Freistaat soll sich mehr für die Belange der Feuerwehren einsetzen.
    Freistaat soll sich mehr für die Belange der Feuerwehren einsetzen.
  • Gert Schöbel ist der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes. Er kritisiert unter anderem die schlechte Ausbildungssituation für Feuerwehrleute.
    Gert Schöbel ist der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes. Er kritisiert unter anderem die schlechte Ausbildungssituation für Feuerwehrleute.

Herr Schöbel, Feuerwehren geht es momentan richtig gut. Sachsen stellt drei Millionen Euro zusätzlich pro Jahr für die Freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung. Sind Sie wunschlos glücklich?

Wir sind natürlich sehr froh, dass für die Feuerwehrleute mehr getan wird. Angesichts des Rückgangs der aktiven Feuerwehrleute war der Schritt überfällig. Allerdings reicht das Angebot nicht aus.

Was sind Ihre Forderungen?

Laut dem Paket der Landesregierung soll für jeden aktiven Feuerwehrangehörigen eine Pauschale von 50 Euro im Jahr überwiesen werden. Das sind gut vier Euro im Monat. Das reicht nicht aus, für die wichtige und teils gefährliche Arbeit, die die Kameraden verrichten. In dem Zusammenhang sollten auch die Zuwendungen des Freistaates für Dienstjubiläen angepasst werden. Die sind ebenfalls recht gering.

Der Freistaat wird auch die Anschaffung von Feuerwehrtechnik stärker unterstützen als bisher. Reicht das aus?

Das ist richtig, die Sammelbeschaffungen von Feuerwehrfahrzeugen sollen um 20 Prozent höher gefördert werden als bisher. Wir schlagen einen anderen Weg vor. Die Höhe der Förderung sollte jährlich an die allgemeine Teuerungsrate angepasst werden. Wir haben jetzt noch Sätze, die vor zehn Jahren angemessen waren. Seitdem sind die Preise bei den Feuerwehrfahrzeugen kräftig gestiegen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sich auch Kommunen mit einem kleinen Haushalt moderne Technik anschaffen können. Sie können sich oftmals den Eigenbetrag nicht leisten und bleiben auf den älteren Geräten sitzen.

Kritik gab es an fehlenden Kapazitäten bei der Ausbildung der Feuerwehrangehörigen. Hat sich die Lage gebessert?

Nein, es gibt noch immer einen erheblichen Rückstau, was die Ausbildung der Feuerwehrleute angeht. Es kann nicht sein, dass bestimmte Leitungspositionen nicht besetzt werden können, weil Bewerber lange auf erforderliche Qualifizierungen warten müssen. Eine weitere Forderung ist die nach einem hauptamtlichen Stellvertreter des Kreisbrandmeisters. Die Stellvertreter sind nur ehrenamtlich tätig. Wenn der Kreisbrandmeister Urlaub hat oder erkrankt ist und seine Stellvertreter beispielsweise beruflich verhindert sind, fehlt mitunter ein Ansprechpartner für die freiwilligen Feuerwehren. Unser Vorschlag ist, einen hauptamtlichen Stellvertreter zu benennen. Er könnte gleichzeitig auch andere Funktion übernehmen, da er als stellvertretender Kreisbrandmeister nicht das ganze Jahr über gefordert ist. Diese Forderungen werden wir am Sonnabend beim Kreisfeuerwehrtag in Neschwitz vorbringen. Mehrere Landtagsabgeordnete werden dabei sein. Zum Kreisfeuerwehrtag kann übrigens jedermann kommen. Er beginnt am Sonnabend 10 Uhr. Zu sehen ist historische und moderne Feuerwehrtechnik, Für Kinder wird ein buntes Programm angeboten.

Gespräch: Thomas Drendel