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Mittwoch, 14.03.2018

Mehr Geld für die Ortskerne

Den ländlichen Kommunen stehen mehr Zuschüsse zur Verfügung. Doch manche können den Eigenanteil nicht aufbringen.

Von Sylvia Jentzsch

Mitte November vergangenen Jahres wurde der Fest- und Freizeitplatz in Gleisberg eingeweiht werden. Finanzielle Unterstützung für das Vorhaben gab es aus dem Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum“.
Mitte November vergangenen Jahres wurde der Fest- und Freizeitplatz in Gleisberg eingeweiht werden. Finanzielle Unterstützung für das Vorhaben gab es aus dem Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum“.

© DA-Archiv/Dietmar Thomas

Region Döbeln. Gleisberg hat in bereits im November vergangenen Jahres eingeweiht, den Fest- und Freizeitplatz. Reichlich 120 000 Euro hat die Neugestaltung gekostet. 75 Prozent der Summe wurden über das Programm „Vitale Dorfkerne“ gefördert.

Auch die Gemeinde Ostrau profitiert aus diesem Programm. Sie lässt einen Verkehrsgarten auf dem Gelände der ehemaligen alten Schule unterhalb der Kindertagesstätte errichten. Der Abriss des alten Gebäudes ist bereits erfolgt. Nun soll in diesem Jahr die Anlage gestaltet werden (DA berichtete). Die geplanten Kosten belaufen sich auf 179 000 Euro. 75 Prozent wurden mit Fördergeld finanziert. Auch in diesem Jahr ist das Förderprogramm wieder aufgelegt worden, teilte der SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann mit.

Im Doppelhaushalt 2017/2018 seien bereits für dieses Jahr zehn Millionen Euro für das Programm eingestellt worden. „Die Regierungskoalition aus CDU und SPD hat im Maßnahmepaket ‚Unser Plan für Sachsen‘ das Programm nochmals um fünf Millionen Euro erhöht. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass das Programm in Mittelsachsen gut funktioniert“, so Homann. Beispiel dafür seien Gleisberg und Ostrau. Mit dem Programm soll der ländlichen Raum gestärkt. Das Fördergeld kann von Städten und Gemeinden mit maximal 10 000 Einwohnern beantragt werden. „Das ist für uns in Mittelsachsen eine große Chance, mit Landesförderung die Städte und Gemeinden fit für die Zukunft zu machen“, erklärt der Döbelner Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Mittelsachsen, Henning Homann.

Eigentlich wollte die Gemeinde Ostrau sich auch in diesem Jahr aus diesem Förderprogramm bedienen und mit dem Geld die Kita in Kiebitz ausbauen. „Da aber auch andere Gemeinden von diesem Förderprogramm profitieren wollen, werden wir für den Ausbau der Kita aus dem Leaderförderprogramm der Lommatzscher Pflege finanzielle Unterstützung bekommen“, so Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Doch für das nächste Jahr könnte er sich durchaus vorstellen, die Sanierung des Vorplatzes der Kulturschule in Schrebitz mit diesem Programm zu realisieren. Zu beachten sei, dass die Maßnahmen, die über „Vitale Dorfkerne“gefördert werden sollen, mindestens ein Gesamtvolumen von 100 000 Euro haben sollen. Die Kommune müsse bei einer 75-prozentigen Förderung trotzdem noch 25 000 Euro Eigenmittel aufbringen. Das sei für einige Gemeinden und Städte sehr schwierig oder nicht möglich, so Schilling. „15 Millionen Euro für dieses Programm würden viel klingen. Doch sie stehen für alle Kommunen in Sachsen zur Verfügung und da relativiere sich die Zahl wieder“, sagte Dirk Schilling.

Im Jahr 2016 wurden mit Geld aus dem Programm Investitionen von knapp 463 000 Euro und 2017 über 1,1 Millionen Euro in Mittelsachsen getätigt. „In den den vergangenen zwei Jahren haben sieben mittelsächsische Städte und Gemeinden durch dieses Landesprogramm Fördermittel erhalten. So konnte beispielsweise die alte Schule in Grünberg, einem Ortsteil von Augustusburg, saniert, ein Kultur- und Dorfgemeinschaftshaus in Eppendorf gebaut oder Dorfplätze in Hainichen und Gleiberg geschaffen werden“, sagte Henning Homann.