erweiterte Suche
Donnerstag, 08.03.2018

Masterplan stellt Weichen für Geopark

Bis 2028 könnten Millionen am Muskauer Faltenbogen investiert werden. Die Grundsätze der Entwicklung sind festgezurrt.

Von Constanze Knappe

Geopark-Geschäftsführerin Nancy Sauer, Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, Wolfram Heidenfelder und Uwe Eppinger (v.l.) sind froh, den Masterplan nun in den Händen zu halten.
Geopark-Geschäftsführerin Nancy Sauer, Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, Wolfram Heidenfelder und Uwe Eppinger (v.l.) sind froh, den Masterplan nun in den Händen zu halten.

© Joachim Rehle

Bad Muskau. Es ist vollbracht. Gestern übergab Wolfram Heidenfelder von der Firma Geomontan GmbH aus Freiberg dem Weißwasseraner Oberbürgermeister Torsten Pötzsch den Masterplan für den transnationalen Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen/Luk Muzakowa. Dazu hatte man sich an der Kromlauer Weiche getroffen – mit Blick auf einen See des Geoparks. Symbolträchtiger hätte es kaum sein können. Wie eine Weiche an den Schienen der Waldeisenbahn die Richtung vorgibt, stelle der Masterplan die Weichen für die Entwicklung der Region, so Torsten Pötzsch. 100 Seiten ist das Druckwerk stark, zuzüglich 60 Anlagen. Der Plan beschreibt, wohin für den Geopark Muskauer Faltenbogen die Reise bis 2028 geht. Mehrere Handlungsfelder sind dafür bestimmt und mit Kosten untersetzt. Beispielsweise in der Pflege und Bewahrung des Geotops, „damit die Menschen die Natur verstehen, aber auch Erholung finden“, wie es Nancy Sauer von der Geschäftsstelle des Geoparks formulierte. Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau eines touristischen Radwegenetzes zur Förderung des Geotourismus, die Förderung nachhaltiger Bildung oder die Gründung eines Netzwerks für regionale Erzeuger mit Schaffung einer eigenen Dachmarke. Über alldem steht die bessere Vernetzung nach Polen.

Was sehr theoretisch klingt, ist durchaus auf den praktischen Punkt gebracht. Beispielsweise in einer Liste mit 44 Objekten, für deren Sanierung in den nächsten zehn Jahren 39 Millionen Euro ausgegeben werden sollen. Darunter solche Schlüsselprojekte wie der Bahnhof in Weißwasser oder die alte Ziegelei in Klein Kölzig. „Der Masterplan ist für mich Bibel und zugleich Gebrauchsanweisung“, erklärte Uwe Eppinger, seines Zeichens Bauamtsleiter Döbern-Land und einer der Brandenburger Partner im Geopark.

Der Geopark, der Sachsen, Brandenburg und Polen verbindet, ist gewissermaßen von unten gewachsen. Mehr als 200 Akteure haben an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt: Vertreter von Kommunen, Vereinen und Verbänden, touristische Dienstleister und die Geoparkführer aus Deutschland und Polen. „Auch viele Privatleute habe ihre Ideen eingebracht. Menschen, die sich zuvor noch nie gesehen hatten, die aber alle das Interesse eint, dass es hier weitergeht“, sagte Nancy Sauer.

Jetzt käme es darauf an, den Geopark bekannter zu machen. Er habe das Gefühl, dass der Park von der heimischen Bevölkerung zu wenig wahrgenommen und nicht ausreichend geschätzt wird, stellte OB Torsten Pötzsch fest. Das sieht auch Projektleiter Wolfram Heidenfelder so. „Es gibt noch viel zu tun, um den Park sichtbarer zu machen und beispielsweise ins Bewusstsein der Gastronomen zu rücken“, erklärte er. Der Geopark sei keineswegs nur ein theoretisches Gebilde, erste Ergebnisse des Nutzens liegen klar auf der Hand. Der diplomierte Geograf hat mit seinem Team für den Masterplan eine Bestandsaufnahme gemacht. Neue Lehrpfade und Veranstaltungen brachten einen Besucherzuwachs von mehreren 10000. „Ohne den Geopark hätte es den nicht gegeben“, sagte er.

Mit dem seit gestern vorliegenden Masterplan können weitere Ideen angeschoben und umgesetzt werden. 2019 wird der Global Geopark Muskauer Faltenbogen/Luk Muzakowa von der Unesco überprüft. Mit dem Plan bestehen gute Chancen, Unesco-Titel und Förderstatus zu sichern.