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Montag, 09.04.2018

Mann bricht auf Altmarkt zusammen

Vor dem Beginn der Pegida-Demonstration musste ein Teilnehmer ins Krankenhaus eingeliefert werden. Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann berichtete später auf der Bühne, die Familie des Mannes wünsche, dass das Bündnis „Rückgrat“ zeige.

Lutz Bachmann spricht bei einer Pegida-Veranstaltung auf dem Dresdner Altmarkt (Archivfoto vom 20. März 2018).
Lutz Bachmann spricht bei einer Pegida-Veranstaltung auf dem Dresdner Altmarkt (Archivfoto vom 20. März 2018).

© Gerald Hänel

Dresden. Noch vor dem Beginn der Pegida-Demo ist ein Teilnehmer am Altmarkt zusammengebrochen. Rettungsdienst und Notarzt behandelten den Patienten noch auf dem Platz, ehe ihn der Rettungsdienst in eine Klinik brachte. Sein Zustand wurde von Einsatzkräften vor Ort als sehr ernst beschrieben.

Aufgrund des Notfalls startete die Pegida-Demo mit ihrem sogenannten Spaziergang verspätet durch die Innenstadt. Wie es dem älteren Mann ging, war zunächst unklar.

Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann berichtete später auf der Bühne, die Familie des Mannes wünsche, dass Pegida mit seinen Reden fortfahren und „Rückgrat“ zeigen solle. Mehrere Dutzend Gegendemonstranten der Initiativen „Nationalismus raus aus den Köpfen“ und „Hope Dresden“ hatten ihre Demos am Altmarkt nach kurzer Beratung beendet - aus Respekt vor dem Gesundheitszustand und vor der Würde des Patienten, wie eine Sprecherin sagte.

Am Altmarkt hatten sich deutlich mehr Pegida-Teilnehmer und Gegendemonstranten versammelt als in den vergangenen Wochen. Das lag jedoch nicht allein an den frühlingshaften Temperaturen, denn zunächst wurde der Thüringer AfD-Chef und Parteirechtsaußen Björn Höcke auf der Bühne erwartet. Der kam jedoch nicht. Statt Höcke sprach Egbert Ermer als Vertreter der AfD. Er ist seit dem Wochenende neuer Vorsitzender im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und betonte, sein Verband stehe ausdrücklich „hinter dem gesamten Pegida-Team“ und lasse sich „nicht spalten“. Damit spielte er auf Aussagen führender AfD-Politiker an, die ein Problem mit der kriminellen Vorgeschichte Lutz Bachmanns haben.

Bachmann wurde erst im März erneut wegen Volksverhetzung und einem Verstoß gegen das Versammlungsgesetz zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Auf der Bühne sagte er am Montagabend dazu, seine Verteidigerin habe ihm „dringend angeraten“ die Strafe zu akzeptieren. Das sei ein „politisches Urteil“. Der „politische Druck“ sei zu groß, niemand würde sich trauen, dieses Urteil aufzugeben.

Allerdings kündigte Bachmann an, zahlreiche Journalisten anzuzeigen, die wie er volksverhetzende Inhalte veröffentlicht haben. Er, Bachmann, habe schließlich auch als Journalist gearbeitet, als er die umstrittene Rede des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci, die dieser beim ersten Pegida-Jahrestag im Oktober 2015 gehalten hatte, veröffentlicht habe. (SZ/lex)