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Mittwoch, 25.04.2018

Machtkampf um Chefposten bei Sparkassenverband

Sachsen darf Vorschläge für den hoch dotierten Posten in Berlin machen – ist sich aber nicht einig.

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Kandidat zwei für den Chefposten: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Kandidat zwei für den Chefposten: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

© Robert Michael

  • Kandidat zwei für den Chefposten: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.
    Kandidat zwei für den Chefposten: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.
  • Kandidat eins für den OSV-Posten: Bautzens Landrat Michael Harig.
    Kandidat eins für den OSV-Posten: Bautzens Landrat Michael Harig.

Leipzig. Um den Chefposten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) ist in Sachsen ein Machtkampf zwischen den Landkreisen und Großstädten entbrannt: Nachdem der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) bereits vom Landkreistag vorgeschlagen sein soll, bringen ostdeutsche Kommunen jetzt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ins Spiel. Die Rückendeckung des sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG) hätte er: Das SSG-Präsidium unterstütze das Ansinnen der Kommunen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, Jung vorzuschlagen, erklärte SSG-Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Eine offizielle Nominierung gibt es es jedoch bisher nicht.

Das hoch dotierte Amt des Geschäftsführenden OSV-Präsidenten in Berlin ist ab Juni nächsten Jahres neu zu besetzen. Die Dienstzeit von Amtsinhaber Michael Ermrich (CDU), früher Landrat des Landkreises Harz, würde dann ablaufen. Nun steht Sachsen eine Art Vorschlagsrecht zu – doch es fehlt im Freistaat an Einigkeit. Jung bestätigte am Dienstag auf Anfrage die Gerüchte um seine Personalie: „Ja, diesen Vorschlag gibt es – so, wie es immer wieder Anfragen auch in den letzten Jahren gab“, sagte Jung. Dennoch hält er sich alle Türen offen: „Das muss immer wohl bedacht sein und in den nächsten Wochen geprüft werden“, fügte Jung an. „Mehr kann ich zurzeit noch nicht sagen.“ Die Würfel könnten schon am Freitag fallen: Dann treffen sich die Präsidenten des Landkreistages und des Städtetages mit ihren Geschäftsführern, um zu vermitteln. Wollen jedoch beide Kandidaten weiterhin um den Sparkassen-Posten kämpfen, könnte ein anderer Kandidat aus einem anderen Bundesland der lachende Dritte sein.

Harig ist bereits ehrenamtlicher Verbandsvorsitzender, ihm werden gute Chancen als Präsident nachgesagt. Allerdings war Harig erst im Sommer 2015 als Landrat bestätigt worden – eine Neuwahl käme der CDU ziemlich ungelegen. Auch die Leipziger SPD träfe ein vorzeitiger Weggang des Stadtoberhauptes völlig überraschend. Bisher hatte der 60-Jährige Jung stets betont, zur Wahl 2020 noch einmal antreten zu wollen. Doch für das Amt des Sparkassen-Präsidenten wird ein Salär von 400 000 bis 500 000 Euro genannt. (heit)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. Exil-Sachse

    Landrat Michael Harig CDU ist Zerspanungsmechaniker und studierte anschliessend Volks- und Betriebswissenschaft an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Sachsen. Seit 1990 in öffentlichen Ämtern. Burkhard Jung studierte in Münster Germanistik und Evangelischen Theologie. Seit 1999 in öffentlichen Ämtern. (Wikipedia) Im Bankgewerbe haben beide bisher nicht gearbeitet. Ich finde, die beiden haben alles was man zum Sparkassenchef braucht.:). Die Performance vom Herrn Ackermann werden sie sicher erreichen.

  2. Wähler

    Immer noch besser als es Finanzminister Scholz gemacht hat. Staatssekretär wurde der Deutschland Chef von Goldman-Sachs. Das wäre dann der Freibrief zum plündern. Da sind mir Kommunalpolitiker auf diesem Versorgungspoten allemal lieber.

  3. Thomas Rosenberg

    Aber wenn der Harig nach Berlin geht, wer kümmert sich dann hier um die Problemwölfe? Ne, ne, ne, das kann der nicht einfach so machen.

  4. Bautzenbub

    Das sieht so aus, als ob das Geld den Landrat nach Berlin lockt. Hat er das nötig? Und interessiert ihn dabei die Situation im Landkreis, vor allem wenn man bedenkt, wie hier die nächsten Wahlen ausgehen sollen?

  5. Joachim Herrmann

    Es ist einfach nur makaber, was sich da wieder an Postengerangel abspielt. Beide "Koriphäen" haben ja wohl einen exorbitant bezahlten Job- von Einkommen das verdient wird- nicht zu sprechen. Das müssen die Verwaltungen, die Aufsichtsgremien klären?! Wenn man sich die Gehälter der einzelnen SPK- Chefs so ansieht- zumeist höher als das der Bundesmutti- so wird auch ein Landrat blass und schielt nach "Höherem". Schließlich muss man für das Alter, die Frau und die Kinder "vorsorgen"?! Außerdem ist man dann in einer "Loge" angekommen, wo sich noch VIELES machen lässt. Man hat ja lange genug in "niederen Sphären" geackert. Aber, wie wir ja längst wissen, gibt es ab bestimmten Ebenen keine Zügel mehr, sondern nur noch Zügellosigkeit. Und, über Qualifikationen, die man im "goldenen Westen"erlangt hat, ließe sich auch trefflich referieren! Zudem so ein Chef ja nur verwalten muss, vielleicht noch Ideen einbringen darf- zu wessen Gunsten eigentlich?-und parodieren auf dem Feld der Genüsse-na, ja?

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