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Montag, 16.07.2018

Luca Grünwald überzeugt bei der WM auf dem Sachsenring

Der 23-Jährige steigert sich im Training immer mehr und fährt am Ende auf Platz 20. Das freut nicht nur den Teamchef.

Von Christian Kluge

Freudenberg-Pilot Luca Grünwald war am Sonntag mit einer Wildcard bei der Moto3-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring am Start. Er wurde von Training zu Training schneller und belegte im Rennen am Ende Platz 20.
Freudenberg-Pilot Luca Grünwald war am Sonntag mit einer Wildcard bei der Moto 3-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring am Start. Er wurde von Training zu Training schneller und belegte im Rennen am Ende Platz 20.

© PR/Jirka Nykodym

Motorsport. Wetter top und Fahrer top. Für das Freudenberg Racing Team aus Bischofswerda war das WM-Wochenende auf dem Sachsenring ein voller Erfolg. Teamchef Carsten Freudenberg meinte nach dem Zieleinlauf der Moto 3-Klasse, in der sein Pilot Luca Grünwald mit einer Wildcard mitfahren durfte: „Ein super Ergebnis! Platz 20 und nur eine Sekunde pro Runde auf die Spitze einzubüßen, das zeigt die Klasse von Luca. Er konnte sich konstant über das Wochenende steigern und immer auch WM-Piloten hinter sich lassen.“

Nur wenige Testkilometer möglich
Dabei waren die Voraussetzungen für Grünwald nicht so gut wie für die Konkurrenten, die das ganze Jahr in der Moto 3-Weltmeisterschaft unterwegs sind. Das war auch dem Teamchef klar. „Wenn man ihm zu Gute hält, dass er sonst ein ganz anders Bike mit anderen Reifen in einer anderen Meisterschaft bewegt und nur wenige Testkilometer hatte, so ist dieses Ergebnis aller Ehren wert und wir sind stolz, dass wir mit unserem Team hier so mitfahren konnten“, meinte Freudenberg und ergänzte: „Vor allem vor dieser Kulisse am Sachsenring! Die vollen Tribünen und das große Interesse der Medien, die sogar in der Startaufstellung Interviews mit Luca gemacht haben, das ist großartig. Wir hoffen, dass wir 2019 hier wieder zu Gast sein dürfen.“

In Zahlen verliefen die drei Trainings und das Qualifying so: Grünwalds beste Zeit im ersten Training war 1:30,3 Minuten. Der Abstand zum späteren Sieger und Zeitschnellsten Jorge Martin war da noch über drei Sekunden. Im zweiten Training fuhr der Bischofswerdaer am Freitag schon 1:29,3 Minuten – Abstand nur noch 2,3 Sekunden zur Spitze. Im letzten Training am Sonnabend wurden dann 1:28,5 Minuten für Grünwald gemessen und der Rückstand schrumpfte auf 2,1 Sekunden.

Dreieinhalb Stunden später folgte schon die Qualifikation für das Rennen am Sonntag. Ergebnis: 1:28,1 Minuten für den Bischofswerdaer, der damit Platz 26 unter den 30 Piloten belegte und den Abstand zum in der WM-Gesamtwertung führenden Spanier Jorge Martin auf 1,7 Sekunden verkürzte. Und dann wurde am Sonntag um 11 Uhr der entscheidende Lauf gestartet. Nach 40:09 Minuten war Grünwald im Ziel und belegte nach den 27 Runden auf dem Sachsenring Platz 20. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dabei über 148 km/h und der Rundenschnitt war 1:29,2 Minuten.

Das machte dann auch den 23-jährigen Freudenberg-Piloten mächtig stolz. Grünwald, der in Waldkraiburg wohnt, meinte danach: „Unser Ziel haben wir mit einem Platz unter den Top 20 erreicht, auch wenn es ein schwieriges und langes Rennen war. Unser Bike ist super gewesen, obwohl wir nicht die Technik zur Verfügung haben, wie die WM-Teams. Dennoch konnte ich im Rennen in meiner Gruppe gut mitfahren und um die Plätze kämpfen. Am Ende konnte ich mich dann sogar etwas freifahren und den Abstand zum vor mir fahrenden Dennis Foggia schließen.“

Beachtlich, denn der Italiener war 2017 immerhin Junioren-Weltmeister! „Es war ein tolles Wochenende und für mich als Rennfahrer ist es natürlich immer eine tolle Geschichte, wenn man sich mit der WM-Elite messen kann. Vielen Dank an mein Team und alle Unterstützer, die mir diese Chance gegen haben!“

Nun kann sich Grünwald wieder auf die Vorbereitung der letzten beiden Rennen in der Supersport 300-Weltmeisterschaft konzentrieren. Hier ist das Freudenberg-Team ja gleich mit drei Piloten unterwegs. Und nach dem tollen Auftritt auf dem Sachsenring bleibt nach wie vor die Chance auf den Titelgewinn in dieser Klasse.

Vorentscheidung fällt in Portugal
Weiter geht es allerdings erst vom 14. bis 16. September im portugiesischen Portimão mit dem siebenten von acht Läufen. Noch führt Ana Carrasco die Gesamtwertung mit 84 Punkten an. Doch die Spanierin – und auch andere Piloten – schwächelten beim letzten Rennen im italienischen Misano etwas. Luca Grünwald konnte mit nunmehr 68 Punkten den Abstand um fünf Zähler verkürzen. Gewinnt er in Portugal – so wie schon den zweiten Lauf im April in Assen – dann gibt es die nächsten 25 Zähler. Wird Carrasco nur Siebente, dann ist der Bischofswerdaer punktgleich.

http://www.speedweek.com/supersportwm300