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Dienstag, 15.05.2018

Löws Team für die Fußball-WM

Joachim Löw hat wieder einmal alle verblüfft. Im vorläufigen WM-Kader für die Titelverteidigung steht Nils Petersen und nicht Sandro Wagner. Auch Rio-Held Mario Götze fährt nicht nach Russland. Torwart Manuel Neuer muss seine Fitness im Trainingslager beweisen.

Manuel Neuer ist einer von vorerst vier Torhütern.
Manuel Neuer ist einer von vorerst vier Torhütern.

© Julian Stratenschulte/dpa

Dortmund. Bundestrainer Joachim Löw hat mit der Berufung von Nils Petersen für eine große Überraschung in seinem vorläufigen Kader für die Fußball-WM in Russland gesorgt. Der Freiburger Angreifer steht als Länderspielneuling im Gegensatz zu Rio-Siegtorschütze Mario Götze und Bayern-Angreifer Sandro Wagner im 27 Spieler umfassenden Aufgebot für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli.

Zudem benannte Löw am Dienstag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund auch den lange verletzten Kapitän Manuel Neuer als einen von vorerst vier Torhütern neben Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno. Löw muss bis zum 4. Juni den Kader noch auf die Turniergröße von 23 Profis reduzieren und dann auch einen Torwart streichen. „Ohne Spielpraxis in ein WM-Turnier zu gehen, ist nicht möglich“, sagte Löw über Neuer.

Timo Werner im WM-Kader

Auch RB Leipzigs Stürmer Timo Werner steht im vorläufigen WM-Kader der deutschen Fußball-Elf. Für Werner ist es nach dem Confed-Cup im vergangenen Jahr, wo er Torschützenkönig wurde, das zweite große Turnier seiner noch jungen Karriere. In seinen bisher zwölf Länderspielen hat Werner sieben Tore erzielt. Werner ist der einzige Leipziger im WM-Kader, den Löw bis zum 4. Juni noch auf die Turniergröße von 23 Profis reduzieren muss.

Unerwartet war auch die Rückkehr von Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah in das Aufgebot. Ungeachtet der Debatte um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehören Mesut Özil und Ilkay Gündogan wie erwartet zum DFB-Team. „Wir haben den Spielern zu verstehen gegeben, dass das keine glückliche Aktion war“, sagte Löw. Beide hätten ihm zu verstehen gegeben, dass sie keine politische Botschaft hätten senden wollen. „Es ist eine Lehre für sie“, sagte Löw und kündigte ein Gespräch im Trainingslager an.

1 von 6

TORHÜTER:

Bernd Leno (Bayer Leverkusen)

Manuel Neuer (Bayern München)

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

Kevin Trapp (Paris Saint Germain)

ABWEHR:

Jérôme Boateng (Bayern München)

Matthias Ginter (Bor. Mönchengladbach)

Jonas Hector (1. FC Köln)

Mats Hummels (Bayern München)

Joshua Kimmich (Bayern München)

Marvin Plattenhardt (Hertha BSC)

Antonio Rüdiger (FC Chelsea)

Niklas Süle (Bayern München)

Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

MITTELFELD:

Julian Brandt (Bayer Leverkusen)

Julian Draxler (Paris Saint Germain)

Leon Goretzka (FC Schalke)

Ilkay Gündogan (Manchester City)

Sami Khedira (Juventus Turin)

Toni Kroos (Real Madrid)

Thomas Müller (Bayern München)

Mesut Özil (FC Arsenal)

Marco Reus (Borussia Dortmund)

Sebastian Rudy (Bayern München)

Leroy Sané (Manchester City )

ANGRIFF:

Mario Gomez (VfB Stuttgart)

Nils Petersen (SC Freiburg)

Timo Werner (RB Leipzig)

TRAINER

Joachim Löw

Nennschluss endgültiger Kader (23 Spieler): 4. Juni

Freiburg-Stürmer Petersen hatte Löw noch am Samstag zum Abschluss der Bundesliga gegen den FC Augsburg live begutachtet. „Er hat eine gute Saison gespielt und in einer Mannschaft, die nicht viele Torchancen hat, 15 Tore erzielt“, sagte Löw und lobte besonders die Joker-Qualitäten Petersens, der mit der Olympia-Auswahl 2016 Silber gewonnen hatte. „Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison“, sagte er.

Über Götze sagte Löw: „In dieser Saison war er wahrlich nicht in der Form. Ich hoffe, dass er auch wieder zurückkommt. Es tut mir für ihn leid, weil ich weiß, was er geleistet hat.“ Im Gegensatz zu Götze steht dessen BVB-Kollege Marco Reus wieder im DFB-Team.

Am Mittwoch kommender Woche startet Löw mit seinem Kader in Eppan in Südtirol in die heiße WM-Vorbereitung. Bis zum 7. Juni soll dort der Feinschliff für das ehrgeizige Unternehmen Titelverteidigung vorgenommen werden. Einen Tag später steht der letzte Test im Länderspiel gegen WM-Starter Saudi-Arabien in Leverkusen an. Aus dem Trainingslager reist die Weltmeister-Auswahl zum Testspiel gegen Österreich am 2. Juni nach Klagenfurt. Dort könnte Torwart Neuer sein erstes Spiel im DFB-Trikot seit Oktober 2016 bestreiten.

Nach Russland bricht das DFB-Team am 12. Juni von Frankfurt aus auf. Im Hotel Watutinki südwestlich von Moskau beziehen Mats Hummels und Co. ihr WM-Basiscamp. Am 17. Juni steht im Moskauer Luschniki-Stadion die erste Partie der Gruppe F gegen Mexiko an. Sechs Tage später kommt es in Sotschi zum Duell mit Schweden. Die Olympia-Stadt am Schwarzen Meer ist Löw von der erfolgreichen Zeit beim Confed Cup in bester Erinnerung.

Zum Vorrundenabschluss geht es am 27. Juni in Kasan gegen Südkorea. Bei der fest eingeplanten Qualifikation für die K.o.-Runde wären St. Petersburg oder Samara, dann Samara oder Kasan die Spielorte im Achtel- und Viertelfinale. Als Gruppensieger würde die DFB-Elf das Halbfinale in Moskau bestreiten, wo am 15. Juli im Luschniki-Stadion der neue Weltmeister gekürt wird. (dpa)

>>> Der WM-Spielplan

>>> WM-Teilnehmer

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Müller

    Drei Leute haben in diesem Team nichts verloren: Mesut Özil und Ilkay Gündogan dürfen NIE wieder für Deutschland spielen! Trapp ist ne Null im Tor!

  2. Glocke 22

    Fußballer können sich vieles erlauben! Gestriges treffen. Wagner nicht mit zu nehmen ist falsch! Gomez? Süddeutsche müssen zusammenhalten. Keine wirklichen Überraschungen. Wir werden sehen.

  3. frau suhrbier

    Özil??? Von dem habe ich im Nationaldress noch kein einzig wirklich gutes Spiel gesehen... Löw und Özil - ein Dreamteam so wie einst Berti Vogts und Andi Möller... ich ahne nichts Gutes

  4. Franz K.

    Na hoffentlich übt dann Löw wenigstens die Nationalhymne richtig mit der Deutschen Nationalmannschaft.

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