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Dienstag, 30.01.2018

Lösung für Fische wird gesucht

Die Kiesgrube Zschieren wird verfüllt. Dresdner sorgen sich um die Tiere im Gewässer.

Von Nora Domschke

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Noch gibt es in der Kiesgrube Zschieren genug Wasser, damit die Fische im Teich überleben. Bis Anfang 2019 soll der See verschwunden sein. Lkw laden Erde ab, ein Bagger schiebt sie in den Tagebau.
Noch gibt es in der Kiesgrube Zschieren genug Wasser, damit die Fische im Teich überleben. Bis Anfang 2019 soll der See verschwunden sein. Lkw laden Erde ab, ein Bagger schiebt sie in den Tagebau.

© R. Meinig

Am ehemaligen Tagebau an der Tronitzer Straße in Zschieren rollen seit einigen Wochen große Lkw; sie laden tonnenweise Material ab, mit dem die Kiesgrube zugeschüttet wird. Seitdem melden sich immer wieder Leser bei der SZ, die nachfragen, was mit den Fischen im Teich passiert (die SZ berichtete). Jahrelang nutzten die Dresdner das Gewässer zum Baden oder sonnten sich am Ufer. Erlaubt war das eigentlich nicht, auch Angeln ist verboten, denn bei dem Zschierener See handelt es sich um eine Bergbaufläche. Ein Tor samt Zaun versperren seit Kurzem den Zugang.

Zuständig für die Verfüllung ist der Konzern Holcim Deutschland GmbH, ein Unternehmen, das Zement für die Betonproduktion liefert. Aus den Holcim-Werken kam etwa auch der Beton für die Hamburger Elbphilharmonie. Die Firma baut aber auch Kies, Sand und Splitt ab. Bis 2002 wurde Kies aus der Grube in Zschieren geholt, dann kam das Jahrhunderthochwasser, der Abbau wurde eingestellt. Seitdem bemüht sich der Betreiber, die in der Natur hinterlassenen Spuren zu beseitigen.

„Das ist in Zschieren gar nicht so einfach“, sagt Horst Martin, der vor Ort die Arbeiten betreut. Täglich ist er an der Grube, spricht mit den Baggerfahrern über das angelieferte Material, steht für Fragen zur Verfügung. In der Grube landet Bodenaushub von Baustellen in Dresden und Umgebung. Der sei streng kontrolliert und müsse mehr als 30 Kriterien erfüllen. Sand etwa sei nicht geeignet, er ist nicht stabil genug, erklärt Martin. Was die Gemengelage bei der Grube im Dresdner Osten so kompliziert macht? „Hier wird schon seit 1981 abgebaut“, so Martin. Viele Dinge sind damals nicht festgelegt worden – etwa der Umgang mit den Fischen, wenn das Gewässer verfüllt wird.

Martin rechnet damit, dass der See Anfang 2019 komplett verschwunden ist. „Ich bin derzeit im Kontakt mit der Fischereibehörde und mit verschiedenen Anglerverbänden.“ Gemeinsam soll eine Lösung erarbeitet werden. Wie die aussehen könnte – Abfischen oder Umsetzen der Tiere – kann Martin jetzt noch nicht sagen. Fest steht: Einfach begraben werden sollen die Fische nicht. Die anderen Wasserflächen in Zschieren bleiben erhalten.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Franz Weiß

    Wie sie schreiben, nutzten viele Dresdner jahrelang den Kiessee zum Baden oder sonnten sich am Ufer. Nun stellt sich mir die Frage warum die Kiesgrube dennoch zugeschüttet wird, statt in der Art und Weise ehemaliger Braunkohlentagebaue in der Lausitz zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet zu werden. Auch wäre mit dieser Lösung das Überleben der im Kiessee lebenden Fische gesichert. Vieleicht können sie an die Verantwortlichen der Stadtregierung die Frage richten, warum die Stadt das Areal der ehemaligen Bergbaufläche nicht zu diesem Zweck erwirbt. Zumindest könnte durch den Kauf der Kiessee vorerst als Biotop mit vertretbaren finanziellen Aufwand erhalten werden. Das Land Brandenburg geht durch den Kauf vieler vom Staat zum Verkauf stehender Seen mit gutem Beispiel voran. Bitte halten Sie mich über den Stand der Dinge auf dem Laufenden.

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