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Dienstag, 30.01.2018 Gewichtheben

Live-Schalte zum Top-Favoriten

Max Lang will mit Bestmarken den Pokal der Blauen Schwerter im Mai verteidigen. Das freut die Veranstalter, auch wenn sie derzeit andere Probleme haben.

Von Thomas Riemer

Max Lang, dreimaliger Gesamtsieger beim Meißner „Pokal der Blauenschwerter“ informierte die Organisatoren und Sponsoren des Events im Mai am Donnerstag per Live-Schaltung über seine Ambitionen und seinen Trainingszustand.
Max Lang, dreimaliger Gesamtsieger beim Meißner „Pokal der Blauenschwerter“ informierte die Organisatoren und Sponsoren des Events im Mai am Donnerstag per Live-Schaltung über seine Ambitionen und seinen Trainingszustand.

© Thomas Riemer

Meißen. So etwa 158 Kilogramm im Reißen und mehr als 190 im Stoßen – und schon wäre der Turnierrekord beim Gewichtheben um den „Pokal der Blauen Schwerter“ aus dem Vorjahr gebrochen. Darauf hofft der, der die Bestmarke 2017 selbst aufgestellt hat: Max Lang, bundesdeutsche Hoffnung mit Chemnitzer Wurzeln. Verkündet hat er das bei einer Live-Schalte vergangene Woche, bei der die Organisatoren, Sponsoren und Medien aufmerksam zuhörten. Lang war da im Trainingslager in Leimen und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, für das prestigeträchtige Meißner Event am 12. Mai zu werben. Ein kleines Fragezeichen steht dennoch im Raum: Denn der Bundestrainer sei von dem Termin in Meißen „nicht so begeistert“. Was wohl damit zusammenhängt, dass die Europameisterschaft gut einen Monat vorher in Albanien derzeit auf der Kippe und ein eventueller Termin noch nicht feststeht. Max Lang würde sich verständlicherweise freuen, nach drei Pokalsiegen in den letzten Jahren wieder um die Vase aus Meissener Porzellan zu heben. „Ich bin gefühlsmäßig sehr gut in Form. Es läuft planmäßig, ich bin schmerzfrei“, gab er den Meißnern zu Protokoll.

Das hören die Gastgeber natürlich sehr gern, auch wenn sie momentan viele andere Probleme zu bewältigen haben. Denn: Im Februar ziehen die Gewichtheber aus dem altehrwürdigen „Wellblechdom“ ins neue Domizil, die frühere Schwimmhalle. Dort ist ein kleiner „Gewichthebertempel“ im Entstehen, der vor allem logistisch ganz neue Anforderungen stellt. Mit 360 Sitzplätzen verfügt die Halle über ein paar weniger als der bisherige Veranstaltungsort. Dafür sind die Bedingungen für die Heber selbst unvergleichlich besser – vom Erwärmungsbereich bis hin zur Heberbühne. Auf die Autogrammwand aller bisherigen „Schwerter-Sieger“ muss niemand verzichten – sie zieht mit in die neue Halle. Gastronomie, Service – alles scheint auf gutem Weg. Am Ende werde das Meißner Publikum entscheiden, wie der neue Standort angenommen wird, ist man sich im Organisationsstab des Turniers einig.

Dort hat man sich personell bestens aufgestellt. Jürgen Grellmann knüpft als Chef die Fäden, gleich vier ehemalige Hochkaräter des DDR- bzw. bundesdeutschen Gewichthebens gehören mit zum Team. Zuletzt stieß Frank Mavius hinzu, nachdem Peter Petzold, Michael Hennig und Marc Huster ja beinahe schon zum „Inventar“ gehören.

Fleißig gebastelt wird schon seit geraumer Zeit am Teilnehmerfeld. Die Einladungen an elf Nationen seien auf „sehr gute Resonanz“ gestoßen, so Sprecher Michael Hennig. Spanien, Italien, Lettland, Belgien, Polen, Finnland, Frankreich haben zugesagt. Aus Deutschland wird ein Spitzenteam mit etwa zehn Hebern erwartet. Zum illustren Feld wird wohl auch wieder der Großenhainer in Diensten des AC Meißen, Hagen Janta, gehören – „unsere große Hoffnung aus Meißen“. Abgesagt hätte lediglich der US-amerikanische Verband – aus Termingründen, wie es heißt.

Heber-Legende Huster moderiert

Für Cheforganisator Jürgen Grellmann ist das Turnier in diesem Jahr wohl auch persönlich etwas ganz Besonderes. „Die neue Halle ist das Highlight“, verspricht er schon jetzt und vergisst nicht, der Meißner Stadtverwaltung für die Unterstützung zu danken. Für ihn und seine Mitstreiter sei die Halle Ansporn, einen Hochkaräter für die Gewichtheber-Fans in der Domstadt durchzuziehen. Nach 1972 erlebe er zum zweiten Mal den Umzug des Turniers in eine neue Halle. Und es klingt fast wie eine Hoffnung, wenn Grellmann sagt: „Leider hat noch nie eine Frau in Meißen den Gesamtsieg geholt.“

Altbewährtes wird auch im neuen Domizil zu erleben sein: zwei Veranstaltungen mit nahezu gleichstarken Feldern. Heber-Legende Marc Huster wird wie gewohnt die Zuschauer mit seiner Moderation bestens informieren und gleichzeitig unterhalten. Dazu gehören Pausen-Interviews mit Prominenten. Wie wär‘s zum Beispiel mit Ronny Weller? Man sei mit dem vielleicht berühmtesten deutschen Gewichtheber im Gespräch. „Es sieht gut aus“, so Marc Huster schmunzelnd. „Das wäre dann ein richtiges Juwel für Meißen.“

Das Turnier genießt national wie international sowieso schon ein riesiges Ansehen. Auch beim Bundesverband Deutscher Gewichtheber. „Es ist in Deutschland einzigartig“, so Eric Schneidenbach, Geschäftsführer des BVDG. Auch deshalb, weil seit Neustart dieses Traditionsturnieres im Jahr 2012 stets und ständig am Profil und der Außendarstellung geackert wurde. So gab es im Vorjahr erstmals ein Livestream-Angebot der Wettkämpfe. Knapp 20 000 Zuschauer, vorwiegend aus dem Ausland, verfolgten die Übertragung. Deshalb werde es den Stream in aufgepeppter Form auch am 12. Mai wieder geben. Mit einer stimmungsvollen Siegerehrung und Max Lang auf dem Treppchen? Was dafür zu stemmen ist, weiß er jedenfalls schon.