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Samstag, 15.09.2018

Lindenplatz wird nun doch zur Einbahnstraße

Zum wiederholten Male sind Entwürfe für die Neugestaltung vorgestellt worden. Der aktuelle könnte tatsächlich Grundlage für mehr Verkehrssicherheit sein.

Von Heike Heisig

Eine Seite des Lindenplatzes ist bereits als Einbahnstraße ausgewiesen. Die Fahrtrichtung soll in Zukunft entgegengesetzt verlaufen. Das war bisher wegen des schmalen Fußweges an der Kreuzung kritisch. Deshalb soll die Straße in Richtung Postmeilensäule „rutschen“ und der Gehweg verbreitert werden.
Eine Seite des Lindenplatzes ist bereits als Einbahnstraße ausgewiesen. Die Fahrtrichtung soll in Zukunft entgegengesetzt verlaufen. Das war bisher wegen des schmalen Fußweges an der Kreuzung kritisch. Deshalb soll die Straße in Richtung Postmeilensäule „rutschen“ und der Gehweg verbreitert werden.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Relativ unzufrieden sind die Stadträte Ende August nach der erneuten Vorstellung des Konzeptes für den Lindenplatz auseinandergegangen. Hans-Hermann Schleußner (FW) sprach von einer vertanen Chance, für mehr Sicherheit zu sorgen. Jeden Morgen fahren ungefähr 70 Eltern ihre Kinder vor die Tür von Grund- und Oberschule. Dadurch ergeben sich besonders in den Kreuzungsbereichen für die Kraftfahrer nervige und für Fußgänger teils gefährliche Situationen.

Weil die Änderungen den Stadträten nicht weit genug gingen, haben sich einige Räte und Anwohner noch einmal mit Planer Olaf Weidauer zusammengesetzt. „Herausgekommen ist ein Entwurf, der der optimalen Lösung ganz nahe kommt“, sagte Weidauer. Den stellte er den Mitgliedern des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend vor.

Die entscheidendste Änderung ist wohl, dass die Verkehrsführung wie im ersten Entwurf wieder auf eine Einbahnstraßenregelung zurückgeht. Dagegen hatten sich die Anwohner wegen der zu geringen Straßenbreite und eines fehlenden Fußweges ausgesprochen. Nach der geänderten Planung soll es eine Kombination von Gehweg und Fahrbahn geben.

Derzeit können Fahrzeuge von der Chemnitzer Straße aus schon in eine Einbahnstraße auf den Lindenplatz einbiegen und bergabwärts fahren. Das ändert sich mit der Neugestaltung. Ein Haken daran war bisher die Einmündung mit einem äußerst schmalen Fußweg. Deshalb soll der verbreitert und die Straße in Richtung Postmeilensäule verschoben werden.

An dem ehemaligen Lebensmittelgeschäft, der sogenannten Hundert, sollen die Kraftfahrer auch in Zukunft auf den Lindenplatz abbiegen können. Das Straßenstück bis zur Einmündung auf den Parkplatz „Alte Feuerwache“ wird 5,50 Meter breit ausgebaut. Trotzdem ist es zunächst nicht für den Begegnungsverkehr vorgesehen. „Alle Fahrzeuge sollen nach rechts in Richtung Schule abfließen“, so Bauamtsleiter Thomas Schröder. Das soll die vierarmige Kreuzung Lindenplatz, Chemnitzer Straße und Kinoberg entlasten und zu mehr Übersicht führen, erklärte er.

Vor dem Grundschulgebäude sind nach wie vor ein knappes Dutzend Kurzzeitparkplätze geplant. Dort können Eltern die Kinder kurz aussteigen lassen und dann weiterfahren. Der Amtsleiter kündigte an, dass nach der Fertigstellung des Lindenplatzes – wahrscheinlich Ende 2019 – auch der Haupteingang der Grundschule direkt an der Straße wieder aktiviert werden soll. Sowohl die Außen-Treppenanlage als auch der Empfangsraum seien in Ordnung. Im Moment gehen die Kinder über den Hof und den Hintereingang ins Schulgebäude.

Davor plant Olaf Weidauer als Anregung aus der vorhergehenden Diskussion eine Aufpflasterung zur Verkehrsberuhigung. Überdies soll ein Geländer verhindern, dass die Kinder aus der Schule kommen und gleich auf der Straße stehen. Beachten müssen sie dank der Einbahnstraßenregelung dann nur noch den von links kommenden Verkehr.

Fahrzeuge, die den Lindenplatz wieder verlassen müssen, können das entweder über die Karl-Wagler-Straße oder über den Lindenplatz-Teil vor den Wohngrundstücken. Den Kindergartenberg will die Kommune aus heutiger Sicht nur öffnen, wenn Umleitungen nötig sind. Überlegt wird noch, eine Lindenplatzausfahrt über die Poststraße zu ermöglicht. Das Verbindungsstück ist derzeit als Einbahnstraße in Richtung Lindenplatz ausgewiesen. Eine Änderung wird, so erklärte Bauamtsleiter Schröder, aber nur wirksam, wenn nachfolgend die Ausfahrt auf die Bergstraße geklärt ist. Den Verkehr dort aus Richtung Unterstadt einzusehen, könnte schwer werden.

Zu den geänderten Plänen gab es keinen Widerspruch. Auch Hans-Hermann Schleußner zeigte sich zufriedener. Es sei mehr an die Fußgänger und nicht nur an die Kraftfahrer gedacht worden, findet er.