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Montag, 15.10.2018

Lila Jubel auf der Alm

Von Falk Rösler

Machte Einzug ins Viertelfinale des Kreispokals perfekt: Alexander Kaiser (Mitte, in Lila) traf in der 81. Minute zum entscheidenden 3:2 für die Zweite Mannschaft des VfL Pirna-Copitz beim LSV Gorknitz. Foto: Marko Förster
Machte Einzug ins Viertelfinale des Kreispokals perfekt: Alexander Kaiser (Mitte, in Lila) traf in der 81. Minute zum entscheidenden 3:2 für die Zweite Mannschaft des VfL Pirna-Copitz beim LSV Gorknitz. Foto: Marko Förster

© Marko Förster

Titelverteidiger SSV Neustadt hat seiner Erfolgsgeschichte im Fußball-Kreispokal ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Mit seinem 4:1-Erfolg am Sonnabend im Achtelfinale beim Ligarivalen SG Schönfeld steht der SSV saisonübergreifend in diesem Wettbewerb nun bei neun Siegen in Folge.

Beide Teams lieferten sich in der Hochlandarena einen typischen Pokalfight, in der auch das Schiedsrichterkollektiv auf Grund der robusten Spielweise aller Beteiligten reichlich zu tun bekam. Aufseiten der Gastgeber war man nicht mit allen Entscheidungen der Unparteiischen einverstanden, und fühlte sich z.T. benachteiligt.

Am Ende entschied jedoch die „effektive Chancenverwertung der Gäste die Partie“, gab auch der Schönfelder Trainer Thilo Zwintscher unumwunden zu. Die Hausherren waren allerdings zu jeder Zeit ein gleichwertiger Gegner. Und selbst nach dem 0:2-Rückstand sowie in Unterzahl nach einer Gelb-Roten Karte gegen Lukas Mayerhofer blieb die SG noch im Spiel. Doch mehr als der 1:3-Anschlusstreffer von Andreas Püschner gelang Schönfeld nicht.

Noch knapper und spannender ging es indes im Duell LSV Gorknitz gegen Pirna-Copitz II zu. Über 100 zahlende Zuschauer sahen auf der Gorknitzer „Alm“ ein hochklassiges Pokalspiel, das aber erst in der zweiten Halbzeit so richtig Fahrt aufnahm.

Hier sorgten zunächst die favorisierten Gäste mit zwei Treffern für vermeintlich klare Verhältnisse. Die Elf von Trainer Andre Freudenberg zeigte sich jedoch wenig geschockt, und konterte durch einen Doppelschlag von Vitan Memetaj zum 2:2-Ausgleich. Den weiteren Spielverlauf kommentierte der LSV-Coach so: „Mit der erfolgreichen Aufholjagd lag das Momentum eigentlich bei uns. Doch leider konnten wir unsere Chancen nicht nutzen, und fingen uns nach einem Freistoß mit kollektiver Schlafeinlage meiner Jungs beim Verteidigen den Gegentreffer ein.“ Alexander Kaiser traf zum 3:2-Gästesieg (81. Minute).

Fast 70 Minuten Anlaufzeit brauchte derweil Kreisoberliga-Spitzenreiter BSV 68 Sebnitz gegen das Kreisliga-B-Team Aufbau Pirna-Copitz, um seiner klaren Favoritenrolle gerecht zu werden. Zweimal Michael Kunze und Sebastian Rummler bescherten dem BSV auf dem Hartplatz am Walter-Hultsch-Heim doch noch einen standesgemäßen 3:0-Erfolg bei dem Außenseiter.

Zwei Ligakontrahenten von Aufbau aus der Staffel Ost, die Dritte Mannschaft des VfL Pirna-Copitz und die Spielgemeinschaft Lohmen/Wehlen, haben hingegen völlig überraschend – trotz Gegnern aus der höchsten Spielklasse des Landkreises – den Sprung ins Viertelfinale gepackt.

Pokalkrimi im 500. Spiel

Der SV Pesterwitz, ohnehin angetreten mit einer „Verlegenheitself“, blamierte sich im Copitzer Willy-Tröger-Stadion bis auf die Knochen. Völlig verdient zogen die Gastgeber mit einem nie gefährdeten 3:1-Erfolg in die nächste Runde ein. Nico Philipp, Neuzugang aus Altenberg, schoss alle drei Treffer beim Sieger, während die Gäste erst in der 86. Minute durch Filip Reißig zum Ehrentreffer kamen.

Nicht einmal diesen schafften die Wurgwitzer in Lohmen. 0:5 gingen die zwei Ligen höher aktiven Freitaler bei der Spielgemeinschaft baden und bestätigten so ihren punktlosen Saisonstart in der Liga. Ein völlig bedienter Trainer Kai Starke kündigte als Konsequenz für den Auftritt „ohne jeglichen Biss und Mumm“ schon mal interne Gespräche „auf allen Ebenen“ für die kommende Woche an.

Den Siegeszug der Teams aus der Kreisliga B Ost setzte am Sonntag die Reserve des Heidenauer SV gegen Wacker Mohorn fort. Nick Oehmigen und Martin Minks trafen beim 6:1-Sieg gegen Mohorn jeweils dreimal. Den Gästetreffer zum zwischenzeitlichen 1:4 erzielte Johannes Nicks. Die höherklassige Wacker-Elf musste so einen erneuten schweren Dämpfer einstecken und steckt weiter in einer Ergebniskrise.

Einen echten Pokalkrimi gab es dagegen im zweiten Sonntagspiel. Gastgeber Kreischa aus der Kreisliga A, bei dem 500-Spiele- Mann Ronny Simon (SZ berichtete) die Kapitänsbinde trug, erwischte gegen Kreisoberligist Stolpen einen Superstart und lag nach einer halben Stunde dank eines Doppelpacks von Philipp Rost 2:0 vorn. Die Stolpener Antwort folgte dann kurz vor der Pause per Elfmetertor von Stiev Kriecke und einem direkt verwandelten Freistoß von Sören Ressel in der 49. Minute zum 2:2.

Bei diesem Resultat blieb es trotz einiger Chancen für beide Teams bis zum Ende der regulären Spielzeit. In der Verlängerung sorgte Stolpens Felix Kirsten für die Entscheidung für die Gäste. TSV-Co-Trainer Marco Bauer bescheinigte seiner Truppe trotz der Niederlage „einen großen Fight, den der Kreisoberligist unverdient gewonnen hat. Wir hatten deutlich mehr Chancen, und auch so manche Entscheidung der Unparteiischen war etwas merkwürdig.“