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Dienstag, 12.06.2018

Leipziger muss ins Gefängnis

Eine 21-Jährige wird 2017 auf einem Campingplatz in Cochem niedergeschlagen und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Das Landgericht Koblenz schickt nun einen Matrosen für mehrere Jahre hinter Gitter.

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Der 29-jährige Angeklagte verbirgt am Landgericht sein Gesicht hinter einer Jacke.
Der 29-jährige Angeklagte verbirgt am Landgericht sein Gesicht hinter einer Jacke.

© dpa

Koblenz. Wegen sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung beim Angriff auf eine junge Camperin hat das Landgericht Koblenz einen Matrosen zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Kammer erkannte am Dienstag eine verminderte Schuldfähigkeit an. Der 29-Jährige soll sich vor der Tat erheblich betrunken, Amphetamine genommen und Marihuana geraucht haben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der deutsche Steuermann aus Leipzig die 21-jährige Camperin bei einem Landgang im September 2017 in der Toilettenanlage des Campingplatzes in Cochem an der Mosel mit einem Holzpfahl niedergeschlagen und zu sexuellen Handlungen gezwungen hatte. Zu einer Vergewaltigung sei es nicht gekommen, weil der herbeigerufene Freund der jungen Frau den Angreifer mit einem Faustschlag vertrieben habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Camperin hatte Knochenbrüche, Platzwunden und Prellungen erlitten. Sie ist bis heute arbeitsunfähig und leidet unter Angstzuständen. Zum Schutze des Opfers war die Öffentlichkeit bei Teilen der Hauptverhandlung ausgeschlossen - etwa bei dessen eigenen Aussagen als Zeugin und bei den Plädoyers, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Laut der Kammer war der verurteilte Steuermann bis zu seiner Tat nicht wegen Gewaltdelikten aufgefallen. Zudem sei nicht auszuschließen, dass er wegen seines erheblichen Alkohol- und Rauschmittelkonsums nicht voll steuerungsfähig gewesen sei. Die Schwere der Taten und der Verletzungen des Opfers hätten aber eine Verurteilung wegen eines minderschweren Falls ausgeschlossen. Das Gericht empfahl eine Sozialtherapie in der Haft. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. PS

    "Verminderte Schuldfähigkeit" nach freiwilligem Alkoholkonsum gehört endlich abgeschafft, denn der Betroffene hat ja diesen Zustand selbst herbeigeführt. In dieser Frage war das Strafgesetzbuch der DDR eindeutig besser.

  2. SI

    So ein "Goldstück", den hätte man an der Grenze abweisen sollen. Warum ist der noch nicht abgeschoben? Ach ne, scheint ja ein reinrassiger Deutscher ohne Fehl und Tadel zu sein. Also dann doch lieber einen Orden für ihn? OK, genug des Sarkasmus. Meiner Ansicht nach sollte es strafverschärfend sein, wenn jemand unter Einfluss von Rauschmitteln (Alkohohl, etc.) Straftaten begeht. Schließlich hat er sich bei vollem Bewusstsein dazu entschieden diese einzunehmen und war sich der möglichen Folgen bewusst. Das gilt auch für die ganzen anderen Gewaltdelikte unter Alkohleinfluss die besonders in bestimmten Millieus vorkommen (Tipp: Neonazis trinken gerne mal einen übern durst und davon gibt es ja genug hier). Warum beschützt uns die Justiz nicht vor solchen Leuten, sondern schütztz diese noch? Paradox.

  3. Wissender.

    SI Du hast sie doch nicht alle, oder? Gewalttätige Deutsche sind natürlich genauso schlimm wie gewalttätige Ausländer. Da braucht man garnicht zu diskutieren. Niemand macht das. Nur die Pro-Asyl Lobby schizophreniert solche Vergleiche hervor. Des Weiteren muss ich bemängeln, daß sich die Kommentatoren (1) und (2) ausschließlich auf "Alkoholisiert" berufen. Das verharmlost den ebenso genannten Konsum von Rauschgift - Amphetamine und Marihuana. Die auch freiwillig eingenommen wurden - mit unvorhersehbaren Folgen. Egal, woher ein Rausch rührt - diese Leute sollten mit aller Schärfe verurteilt werden.

  4. SI

    @3: Sehr gut, ich wusste doch da springt ein Hündchen dem Stöckchen hinterher, das man ihm hinwirft :-). Aber beleidigen muss man ja nun wohl nicht gleich! Des weiteren würde ich Ihnen empfehlen zu lernen, wie man Texte interpretiert. Ich schrieb ausdrücklich von Rauschmitteln und habe mit Alkohol nur auf ein Beispiel aufgeführt und auf die Anderen mit "etc." verwiesen. Wo sie hier eine Verharmlosung sehen, weiß ich nicht. Nachgewiesendermaßen ist Alkohol jedoch die verbreitetste und schädlichste Droge und verdient sich damit eine Sonderstellung, ohne die anderen Drogen herabzustufen.

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