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Donnerstag, 18.02.2016

Leidenschaft für beste Dresdner Kunst

Auch das gibt‘s – unter diesem Motto feiern die Freitaler Kunstsammlungen ein Jubiläum.

Ferdinand Dorsch: Chirurg Prof. Theodor Billroth, 1899, Öl auf Leinwand (Sonderausstellung). | Foto: PR
Ferdinand Dorsch: Chirurg Prof. Theodor Billroth, 1899, Öl auf Leinwand (Sonderausstellung). | Foto: PR

Im Jahr 1991 fand ein über vier Jahrzehnte dauerndes Schattendasein ein Ende. Seit 1949 lagerte eine Sammlung bester Dresdner Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eingepfercht in zwei engen Räumen im Schloss Burgk in Freital. Diese Sammlung geht zurück auf die Sammelleidenschaft des Freitaler Bürgers Willy Eberl (1899-1947).

Hochkarätige Sammlung mit Arbeiten von Otto Dix

Er entstammte proletarischen Verhältnissen. Künstlerisch hoch interessiert und durchaus mit einer entsprechenden Begabung ausgestattet, gelang es ihm, ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden bei Max Feldbauer und Paul Rößler zu absol-vieren. In die Studienzeit fiel die Bekanntschaft mit den aus dem Krieg heimkehrenden jungen Künstlern wie Otto Dix, von dem sich neun bedeutende Gemälde in der Sammlung befinden. Eberl hat wahrscheinlich weniger als freier Künstler gearbeitet, sondern sein Auskommen mit dem Entwurf für Tapeten gefunden. Durch dieses ökonomische Fundament und durch die Bekanntschaft mit den jungen Avantgardekünstlern gelang es ihm, eine hochkarätige Sammlung mit Werken von diesen zu vereinen.

Seit der Kindheit war Eberl mit Hellmuth Heinz (1904-1994), dem späteren Freitaler Museumsdirektor, bekannt. Heinz kannte die Eberl-Sammlung seit den Tagen ihrer Entstehung. Nach Kriegsende trug sich Eberl mit dem Gedanken, die Sammlung in die öffentliche Hand zu geben. Sein Freitod am 9. Dezember 1947 verhinderte dieses Vorhaben jedoch. Es ist dem Engagement von Hellmuth Heinz und der Weitsicht des damaligen Bürgermeisters Karl Wenk zu danken, dass die Sammlung der Stadt Freital erhalten blieb. Eine dauerhafte Ausstellung gelang jedoch nicht. Seit 1988 gab es erneut ernsthafte Bestrebungen, der Sammlung ein festes Domizil zu verschaffen, was dann 1991 endlich gelang.

In den vergangenen Jahrzehnten fanden Hunderte von neuen Gemälden und Arbeiten auf Papier Eingang in die Sammlung, denen aus räumlichen oder konservatorischen Gründen ein dauerhafter Platz in der Ausstellung versagt bleiben musste.

Blick auf Neues oder selten Geschautes

Viele dieser Werke kamen als Schenkung, Stiftung oder Ankauf in die Sammlung. Darunter finden sich Arbeiten von Otto Dix, Curt Querner, Carl Lohse, Ferdinand Dorsch, Richard Müller u.v.a. - beste Dresdner Kunst also. Somit lohnt ein Blick auf Neues oder selten Geschautes.

Service

  • Was: Auch das gibt’s - 25 Jahre Städtische Sammlungen Freital
  • Wann: bis 4. April | Di-Fr 13-16 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr
  • Wo: Städtische Sammlungen Freital auf Schloss Burgk, Freital