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Freitag, 25.05.2018

Lebensversicherung kündigen oder verkaufen?

Die Lebensversicherung gehörte lange Zeit zu den besten Kapitalanlagen und war eine ideale Möglichkeit für das Alter vorzusorgen. In den letzten Jahren machen sinkende Zinsen diese Art der Kapitalanlage insbesondere für neue Policen oft unattraktiv.

Bildautor: Florian Pircher
Bildautor: Florian Pircher

Renditen von bis zu 5 Prozent werden in der Regel nur noch bei alten Verträgen gewährt. Deswegen entschieden sich immer mehr Menschen, ihre Lebensversicherung zu kündigen oder in vielen Fällen auch zu verkaufen. Was Sie in beiden Fällen beachten müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Vorsorge und Geldanlage

Bei einer traditionellen Lebensversicherung handelt es sich eigentlich um eine Vorsorge. Im Todesfall des Versicherungsnehmers bekommen die Hinterbliebenen die volle Versicherungssumme ausgezahlt. Falls der Todesfall vor dem Versicherungsablauf nicht eintreten sollte, bekommt der Versicherungsnehmer einen beachtlichen Geldbetrag ausgezahlt, der sich im Laufe der Jahre durch die Verzinsung der Beiträge akkumuliert hat. Dadurch wurde die Lebensversicherung viele Jahre lang als die optimale Hinterbliebenenvorsorge und zugleich auch als eine sichere Geldanlage betrachtet.

Kündigung ist nicht immer die beste Wahl

Falls Sie jedoch nach einigen Jahren nicht mehr auf diese Form der Geldanlage setzen möchten oder sich die monatlichen Beiträge nicht mehr leisten können, haben Sie die Möglichkeit, die Lebensversicherung vorzeitig zu kündigen. Allerdings sollten Sie im Fall der Kündigung darauf achten, dass Sie nicht alle eingezahlten Beiträge zurückerstattet bekommen. In den ersten 5 bis 10 Jahren werden davon nämlich Beitragsgebühren und andere Provisionen abgezogen. Erst bei einer langen Vertragslaufzeit können Sie damit rechnen, dass Sie bei vorzeitiger Kündigung keine Verluste machen. Unter Umständen verlieren Sie dann eventuell die angesparte Endprämie. Deswegen ist eine vorzeitige Kündigung in vielen Fällen, die schlechteste Möglichkeit, um aus einem Versicherungsvertrag auszusteigen.

Der Verkauf als Alternative

Falls Sie Ihre Versicherung verkaufen, gehen alle Auszahlungsrechte aus dem Lebensversicherungsvertrag an den Käufer über. Sie bekommen in diesem Fall den derzeitigen Wert Ihrer Lebensversicherung ausgezahlt. Die Lebensversicherung stellt für den Käufer eine interessante Geldanlage mit solider Rendite dar. Aus diesem Grund zahlen Käufer, Lebensversicherungskäufer in vielen Fällen um bis zu 5 Prozent mehr, als Sie bei der Kündigung Ihrer Lebensversicherung erhalten hätten. Bei Anbietern wie beispielsweise Winninger haben Sie die Möglichkeit, ein unverbindliches Angebot für den Kauf Ihrer Lebensversicherung anzufordern. Falls Ihnen das Angebot gefällt, können Sie einen Termin mit einem professionellen Versicherungsberater des Unternehmens vereinbaren und Ihre Lebensversicherung auf eine schnelle und unkomplizierte Weise verkaufen.

Der Wert Ihrer Lebensversicherung

Aufkäufer von Lebensversicherungsverträgen bieten unterschiedlich viel für Ihre Police. Den tatsächlichen Wert Ihrer Lebensversicherung können Sie relativ einfach auch selbst bestimmen. Im Internet können Sie nach entsprechenden Tabellen suchen, mit deren Hilfe Sie den Vertragswert ermitteln können. Dann können Sie selbst entscheiden, ob sich eher der Verkauf oder eine Kündigung der Lebensversicherung lohnt. Sie sollten Ihre Lebensversicherung keinesfalls kündigen, wenn:

- Sie eine ältere Police mit einem festen Zinssatz von bis zu 5 Prozent besitzen. Lukrativere und risikoärmere Kapitalanlagen finden Sie aktuell nirgendswo.

- Sie Ihren Lebensversicherungsvertrag vor dem Jahr 2005 abgeschlossen haben. Bei diesen Verträgen bekommen Sie nach mindestens 12 Jahren Laufzeit den Geldbetrag ausgezahlt, ohne es zum Versteuern anmelden zu müssen.

- die Laufzeit des Vertrags kurz vor dem Ende ist. Eine solche Versicherung lässt nur sehr schwer verkaufen und bei der Kündigung müssen Sie auf einen Teil der Gewinnüberschüsse verzichten.