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Sonntag, 16.09.2018

Lausitzer Füchse erstürmen Eispiraten-Festung

Mit einer läuferisch und spielerisch überzeugenden Leistung haben die Füchse in Crimmitschau mit 4:1 gewonnen.

Von Frank Thümmler

Füchse-Stürmer David Kuchjeda (links) schaut gebannt seinem Puck hinterher, der den Weg zum 1:1 in Crimmitschau ins Netz findet. Eispiraten-Torwart Sebastian Albrecht kann nicht mehr eingreifen.Foto: Thomas Heide
Füchse-Stürmer David Kuchjeda (links) schaut gebannt seinem Puck hinterher, der den Weg zum 1:1 in Crimmitschau ins Netz findet. Eispiraten-Torwart Sebastian Albrecht kann nicht mehr eingreifen. Foto: Thomas Heide

© Thomas Heide

Der Crimmitschauer Trainer Kim Collins staunte wohl auch nach dem Spiel noch ein wenig. „Man hat gesehen, dass die Füchse eine schnelle Mannschaft haben. Das hat uns Probleme bereitet. Ursache für unsere Niederlage war aber, dass wir zu wenig Tore erzielen. Wir hatten Chancen für mehr als den einen Treffer, aber am Ende hat uns der Glaube daran gefehlt.“ Die Füchse gingen vor 3 669 Zuschauern als völlig verdienter Sieger vom Eis.

Dabei war das Spiel aus Füchse-Sicht nicht gut losgegangen. Mit ihrem ersten Wechsel erzielte die zweite Crimmitschauer Reihe den Führungstreffer. Verteidiger Patch Alber hatte mit viel Überblick an den langen Pfosten geschossen, Patrick Pohl war dort völlig frei und musste nur noch den Schläger hinhalten. Die Füchse begannen zwar mit hoher Geschwindigkeit, hatten aber trotzdem Probleme, ins Spiel zu finden. In der ersten Überzahl unterlief Boiarchinov ein Riesenfehler, ein Crimmitschauer war auf und davon, scheiterte aber, bedrängt von Verteidiger Chris Owens, am Füchse-Schlussmann Olafr Schmidt, der den Vorzug vor Konstantin Kessler erhalten hatte. Nach und nach wurde das Füchse-Spiel sicherer. Die Chancen der Füchse wurden klarer. Als Kuchejda Monteith im Slot anspielte, wurde dessen Schuss im letzten Moment über das Tor abgeblockt. Dann erhielten die Füchse zweimal kurz hintereinander Überzahl. Zunächst übertrieben sie das Spielerische, zogen selbst aus drei Metern nicht ab, sondern legten noch einmal quer. Aber dann gelang der Ausgleich. Saviono spielte den Puck vor das Tor auf Kuchejda, der aus Nahdistanz einnetzte. Der Ausgleich war inzwischen hochverdient.

Im Mitteldrittel begannen die Füchse mit sehr viel Druck, griffen die Eispiraten sehr früh in deren Drittel an und verhinderten ein geordnetes Aufbauspiel. Bei eigenem Puckgewinn wurde sofort der Weg ins gegnerische Drittel gesucht. Boiarchinov vergab eine Riesenchance zum Führungstreffer. Wenn sich allerdings die Gastgeber befreien konnten, wurde es schnell gefährlich. Walsh scheiterte aus drei Metern an Torwart Schmidt (25.), der zwar viele Schüsse prallen ließ, aber immer wieder zur Stelle war, so bei einem 3:2-Konter der Eispiraten gegen Pohl und als Kircher völlig allein auf ihn zulief. Auf der anderen Seite hatte Kuschel zwei Szenen, in denen er einem Treffer nahe war. Das Spiel stand auf Messers Schneide. Die Crimmitschauer bejubelten schon das 2:1, aber die Schiedsrichter gaben den Treffer nach Videobeweis nicht. Füchse-Torwart Olafr Schmidt hatte den Puck mit seinem Schoner am kurzen Pfosten blockiert, Eispiraten Stürmer Hilbrich den Schoner einfach beiseite gefahren, bevor der Puck im Tor landete – Torwartbehinderung. Schmidt stand auch in einer 74-sekündigen 5:3-Unterzahl im Mittelpunkt, machte seine Sache aber hervorragend. Einmal rettete er – eigentlich schon geschlagen – mit dem Schläger, wenig später mit der Maske. Nach dieser Druckphase hatte Boiarchinov eine Riesenchance, als er sich aus drei Metern die Ecke aussuchen konnte, aber an Torwart Albrecht scheiterte. 30 Sekunden vor der Drittelsirene machte er es aber besser, lief in einen hohen Pass von Owens und hämmerte den Puck zum 1:2 unter die Latte.

Wer gedacht hatte, die Füchse würden im Schlussdrittel auf Verwaltung spielen, sah sich getäuscht. Sie griffen weiter vehement an, setzten die Crimmitschauer ständig unter Druck, hielte das Forechecking durch – und die Gastgeber bekamen immer größere Probleme. Saviano hatte im Schlussabschnitt die erste Chance. Dann mussten die Füchse eine weitere Unterzahl überstehen und schafften das mit einem starken Rückhalt im Tor. Die Konter de rFüchse saßen. Erst scheiterte Hayes noch an Albrecht, dann aber gelang Saviano ein super Solo, an dessen Ende er den Puck mit der Rückhand gegen die Laufrichtung ans Gestänge des Eispiraten-Tores lupfte. Vincent Hessler passte auf und kämpfte die Scheibe zum 1:3 über die Linie. Danach ließen die Füchse nur wenig zu, eroberten den Puck oft schon im gegnerischen oder im Mitteldrittel. Torwart Schmidt wurde am ehesten bei Distanzschüssen, bei denen er freie Sicht hatte, geprüft.

Die Hoffnung bei den Eispiraten und ihren Fans lebte aber noch. Zweieinhalb Minuten vor Schluss nahm Trainer Collins seinen Torwart vom Eis. Aber die Eispiraten kamen zwar immer wieder ins Füchse-Drittel, aber zu keinen gefährlichen Abschlüssen. Als auch der letzte Angriff gescheitert war, schnappte sich Jeff Hayes den Puck, war mit seiner Geschwindigkeit nicht zu halten und lupfte die Scheibe lässig ins Tor.

Nach dem Spiel zeigte sich Trainer Corey Neilson von der Stimmung in Crimmitschau beeindruckt, fand diesmal das erste Drittel der Füchse nicht so gut, die beiden anderen dann aber besser. Fünf Punkte am ersten Wochenende dürften die Füchse selbstbewusst in das nächste gehen lassen. Die Aufgaben heißen dann Aufsteiger Deggendorf (am Freitag zu Hause) und Bayreuth (am Sonntag auswärts).

Statistik

Eispiraten Crimmitschau – Lausitzer Füchse 1:4 (1:1; 0:1; 0:2)

Tore:

1:0 Patrick Pohl 1:41 (Assist: Schlenker, Alber)

1:1 David Kuchejda 16:20 (Überzahl: Saviano, Eriksson ) - PP1

1:2 Feodor Boiarchinov 39:30 (Owens, Hayes)

1:3 Vincent Hessler 47:10 (Saviano)

1:4 Jeff Hayes 59:58 (Empty Net)

Eispiraten Crimmitschau

Tor: Albrecht

Abwehr: Oleff, McNally – Alber, Schietzold – Hudson, Thomas, Halbauer

Sturm: Flick, Talbot, Kircher – Hilbrich, Schlenker, Pohl – Walsh, Kabitzky, Klöpper – Demmler, Kosiansky

Lausitzer Füchse

Tor: Schmidt

Abwehr: Kania, Owens – Adam, Bär – Monteith, Granz – Geiseler,

Sturm: Saviano, Eriksson, Hessler – George, Boiarchinov,, Hayes – Kuchejda, Schiemenz, Dietz – Kuschel, Reichel, Ustorf

Schiedsrichter:Kevin Salewski, Sascha Westrich

Strafen: Crimmitschau 10, Weißwasser 10

Zuschauer: 3  369