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Mittwoch, 16.05.2018

Laubuscher Sporthalle offenbart Konflikt-Potenzial

Von Ralf Grunert

Lauta. Als das sinnbildliche „reinigende Gewitter“ möchte der Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann gern die Geschehnisse in den jüngsten drei Sitzungen des Stadtrates verstanden und abgehakt wissen. Bei der Debatte um die Notwendigkeit und den Umfang einer Instandsetzung der Sporthalle am ehemaligen Laubuscher Freibad waren die Emotionen hochgekocht. Wobei es nicht mehr allein um die Sporthalle ging.

Vielmehr waren grundsätzliche Probleme im Verhältnis zwischen Stadtrat und Bürgermeister deutlich geworden. Im März hatte sich Frank Lehmann mit dem Vorwurf konfrontiert gesehen, unnötig Ängste zu schüren. Auch war er von einem Meinungswandel vieler Stadträte überrascht worden, ebenso von der Tatsache, dass intern besprochene Dinge in die Öffentlichkeit getragen worden waren. Im April machte er sich daraufhin Luft, weil er sich und die Stadt zu Unrecht als Verhinderer verunglimpft sah. Auch bezeichnete er den Stadtrat als „in Teilen wankelmütig und damit unberechenbar“. Als Konsequenz kündigte er an, in Zukunft „im Rahmen des rechtlich Möglichen auf nicht öffentliche Vorberatungen“ verzichten zu wollen. Vorgestern nun relativierte der Bürgermeister seine Worte an die Adresse der Stadträte. Diese seien kein persönlicher Angriff gewesen. „Wenn das bei jemandem so angekommen ist, möchte ich mich dafür entschuldigen. So war das nicht gedacht.“ Gleichzeitig äußerte er seine Hoffnung, dass „wir schnellstmöglich unsere Reihen schließen“. Das entsprach auch dem Wunsch von Michael Rischer (CDU), der klarstellte: „Wir alle müssen an einer Verbesserung der Zusammenarbeit interessiert sein.“

Beratungen der Stadträte unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird es auch weiterhin geben, aber nur noch, wenn es um „schutzwürdige Interessen Dritter“ geht, wie es der Bürgermeister formulierte. „Der Verzicht auf eine nicht öffentliche Vorberatung wird möglicherweise zu nicht ausgewogenen Entscheidungen führen“, so die Befürchtung von Michael Rischer. Der Bürgermeister vertritt diesbezüglich einen anderen Standpunkt. „Ich denke, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, zu erfahren, wie wir uns eine Meinung bilden.“ Gelegenheit dazu wird bereits am 4. Juni sein, wenn Stadträte und Ortschaftsräte in einer gemeinsamen Zusammenkunft über das Thema Straßenumbenennungen beraten.

Und auch bei der Entscheidung darüber, wie es mit der Sporthalle Laubusch weitergehen soll, setzt der Bürgermeister auf Transparenz. Wie die Mitglieder des SV Laubusch, die als Hauptnutzer der Halle gleich im Dutzend zur Stadtratssitzung am Montag gekommen waren, aus erster Hand erfuhren, rechnet die Stadtverwaltung damit, dass nächste Woche ein von ihr beauftragtes Gutachten vorliegt, das sich mit Prallschutz, Dach und Parkett der Halle befassen wird. Er habe kein Problem damit, dass der Verein Einsicht ins Gutachten erhält. Vereins-Präsident Erhard Petelka hat übrigens auch selbst schon einen Experten beauftragt, mal einen Blick auf das Dach der Sporthalle zu werfen, das von der Stadt als besonderer Risikofaktor betrachtet wird (TAGEBLATT berichtete). Das Ergebnis fasst er so zusammen: „Bei jährlicher Wartung hält das Dach noch 50 Jahre.“

Womit sich die an der Halle notwendigen Investitionen vor allem auf die Parkett-Erneuerung konzentrieren würden. Und genau das ist der Wunsch des SV Laubusch.

„Uns als Verein geht es darum, dass wir die Kinder von der Straße wegbekommen, dass wir sie erziehen und ihnen Möglichkeiten bieten.“ Um das zu bewerkstelligen, sei die Halle am Freibad sehr wichtig, das machte Vereins-Vorstandsmitglied Thomas Grun am Montag in der Ratssitzung deutlich. „Wir sind seit eineinhalb Jahren an diesem Thema dran.“ In dieser Zeit habe man aber kaum Fortschritte erkennen können. „Deshalb ist der Ton sicherlich auch rauer geworden“, räumt Thomas Grun ein. „Aber bei allen kontroversen Diskussionen, die wir haben, liegt uns die Halle am Herzen. Es geht immer um die Sache. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.“

Der Bürgermeister bedankte sich für die Einlassung, dass es um die Sache geht. „Das ist genau da, wo wir hinmüssen und -wollen.“ Auf Grundlage des erwähnten Gutachtens, so kündigte Frank Lehmann an, werde die Stadtverwaltung einen Vorschlag erarbeiten, wie es mit der Sporthalle weitergehen könnte. Die endgültige Entscheidung liegt dann beim Stadtrat.