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Dienstag, 12.06.2018

Lastwagen zurück auf die Autobahn!

Die Ottendorfer Linken-Fraktion will Laster, die schwerer als 7,5 Tonnen sind, von der S 177 verbannen.

Von Nadine Steinmann

Die S 177, die von Ottendorf über Medingen führt, ist sehr kurvenreich und eher für Pkw-Fahrer statt für Lkw-Fahrer geeignet. Deshalb fordert die Linken-Fraktion ein Fahrverbot.
Die S 177, die von Ottendorf über Medingen führt, ist sehr kurvenreich und eher für Pkw-Fahrer statt für Lkw-Fahrer geeignet. Deshalb fordert die Linken-Fraktion ein Fahrverbot.

© Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla/Medingen. Die Gemeinderäte der Linken-Fraktion haben die Nase voll! Denn immer mehr Schwerlasttransporter schlängeln sich die S 177 entlang und fahren somit mitten durch die Ortschaften Ottendorf-Okrilla und Medingen – vorbei an einem Altenpflegeheim sowie der Ober- und Grundschule. Hinzu kommen die zahlreichen engen Kurven auf der Strecke. Sei es nun die enge S-Kurve an der Bahnhofstraße oder die zahlreichen engen Straßenführungen in ganz Medingen. Treffen hier zwei Schwerlasttransporter aufeinander ist Rangieren angesagt. Und auch das Unfallrisiko steigt enorm.

Doch wo kommen die vielen Laster her? Die Gemeinderäte der Linken-Fraktion rund um René Edelmann, Stefan Zänker, Max König und Monika Gleisberg sehen die Ursachen vor allem in dem stetig zunehmenden Verkehr im Raum Dresden und Umgebung. Die Autobahnen 4 und 13 sind regelmäßig überlastet – insbesondere in Hinblick auf die zahlreichen Baustellen. Das „Abkürzen“ über die Staatsstraßen zwischen den Anschlussstellen Ottendorf-Okrilla und Radeburg durch ansässige aber auch ortsfremde Speditionen und Kraftverkehr-Dienstleister hat nach Ansicht der Fraktion deutlich zugenommen. Zusätzlich werde die Route über die S 177 durch Baustellen und Unfälle im Bereich der Autobahnen zunehmenden als Stauumgehung und zur Maut-Ersparnis genutzt.

Anwohner leiden unter Lärm

„Die Folgen für die Ortsdurchfahrten Ottendorf-Okrilla und Medingen durch das tagtäglich erhöhte Lärmaufkommen sowie die steigende Umweltbelastung sind deutlich zu messen und zu spüren“, sind die Gemeinderäte überzeugt. Hinzu kommt der erhöhte Straßenverschleiß. Und: „Es ist täglich festzustellen, dass viele Verkehrsteilnehmer die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts nicht einhalten; dies ist unter Anbetracht des längeren Bremsweges eines Lkws mit Anhänger und Ladung nicht hinnehmbar.“ Deshalb haben die ehrenamtlichen Politiker im Rahmen des Paragrafen 36 der Sächsischen Gemeindeordnung einen Antrag bei Bürgermeister Michael Langwald gestellt, das Problem so schnell wie möglich im Gemeinderat zu diskutieren. Ihr Vorschlag: Die Gemeindeverwaltung soll mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr Gespräche mit dem Ziel aufnehmen, ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen im Bereich der S 177 von der Ortseinfahrt Ottendorf-Okrilla bis zur Ortsausfahrt Medingen umzusetzen. Ausgenommen von der Regelung sind Personenkraftwagen, Lieferverkehr, landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie Kraftomnibusse. Sollte sich das Landesamt auf die Forderungen nicht einlassen, wäre alternativ ab der Kreuzung mit der B 97 wenigstens eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer wünschenswert.

Die geforderten Gespräche können allerdings frühestens im Spätsommer aufgenommen werden. Denn obwohl dem Ottendorfer Gemeinderat am kommenden Montag eine zusätzliche Sitzung vor der Sommerpause bevorsteht, ist der Antrag der Linken-Fraktion noch nicht auf der Tagesordnung zu finden. Dementsprechend wird der Vorschlag der ehrenamtlichen Politiker wohl erst Anfang August diskutiert.