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Mittwoch, 11.07.2018

Landesdirektion prüft Lederfabrik-Abriss

Die Behörde hat den Fall nun vom Landratsamt übernommen. Aus Sicht der Stadt ist die Arbeit jedoch sinnlos.

Von Tobias Winzer

Wieder diskutierten die Stadträte über Freital umstrittenste Ruine, die Lederfabrik an der Poisentalstraße. Am Ende stimmten die Abgeordneten gegen den Vorschlag, eine Sanierung nochmals zu prüfen.
Wieder diskutierten die Stadträte über Freital umstrittenste Ruine, die Lederfabrik an der Poisentalstraße. Am Ende stimmten die Abgeordneten gegen den Vorschlag, eine Sanierung nochmals zu prüfen.

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Freital. Nachdem sich Landratsamt und Landes-Denkmalamt nicht einigen konnten, ob die denkmalgeschützte Lederfabrik nun abgerissen werden darf oder nicht, hat nun die übergeordnete Landesdirektion die Prüfung des Falls übernommen. Wie ein Sprecher mitteilt, werde der Fall nun bearbeitet. Aussagen dazu, wie lange dies dauern wird, machte er nicht.

Weil es sich bei der Lederfabrik um ein Denkmal handelt, kann die Stadt als Eigentümer des Hauses dieses nicht einfach so abreißen, sondern braucht eine sogenannte denkmalschutzrechtliche Genehmigung. Diese erteilt in diesem Fall die Denkmalbehörde des Landratsamtes in Abstimmung mit der Denkmalbehörde des Freistaates. Entschieden wird nach dem Grundsatz, ob ein Erhalt für den Eigentümer zumutbar wäre. Im Fall der Lederfabrik konnten sich die beiden Behörden aber nicht einigen – das Landratsamt sieht den Erhalt als nicht zumutbar, der Freistaat schon. Deswegen wurde die Entscheidung Ende Mai an die übergeordnete Landesdirektion weitergegeben, die nun mit der Bearbeitung des Falls begonnen hat.

Aus Sicht der Stadt ist die Arbeit der Behörde jedoch gar nicht mehr nötig, weil sie darauf pocht, dass die Abrissgenehmigung de facto schon vorliegt.

Die Genehmigung sei wirksam, da über einen Antrag nach Denkmalschutzrecht innerhalb von zwei Monaten zu entscheiden sei, teilte Oberbürgermeister Uwe Rumberg zuletzt mit. Der Abrissantrag sei am 6. Februar dieses Jahres übermittelt worden. Da keine der beteiligten Behörden den Abbruch-Antrag fristgerecht zurückgewiesen habe, sei er aus Freitaler Sicht genehmigt.