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Mittwoch, 14.02.2018

Kunigunde, Kurschatten und Kilimandscharo

Der Schlagersänger Thomas Lück hat viele Frauen besungen und tritt immer noch auf. An diesem Mittwoch wird er 75.

Von Sophia-Caroline Kosel

Thomas Lück zeigt gern seine erste beim DDR-Label Amiga 1978 erschienene Solo-LP. Der Sänger feiert am Mittwoch seien 75. Geburtstag – und tritt immer noch auf.
Thomas Lück zeigt gern seine erste beim DDR-Label Amiga 1978 erschienene Solo-LP. Der Sänger feiert am Mittwoch seien 75. Geburtstag – und tritt immer noch auf.

© dpa/Bernd Settnik

Er hat „eine unverkennbare Begabung für Komik, die ihn vor allen anderen Tanzmusikinterpreten unserer Republik auszeichnet. Er ist ehrgeizig und hat noch längst nicht all seine künstlerischen Möglichkeiten ausgeschöpft.“ So beschrieb die DDR-Musikzeitschrift Melodie & Rhythmus im Jahr 1974 einen der bekanntesten Schlagersänger der DDR. Ob „Hallo Fräulein Sonnenschein“, „Kunigunde“, „Kurschatten“ oder „Wo kommt der Schnee auf dem Kilimandscharo her?“ – zum Repertoire von Thomas Lück zählen Hunderte Songs. Er war auf Festivals erfolgreich, in Rundfunk und Fernsehen der DDR oft präsent und als Schauspieler in DEFA-Filmen aktiv.

Der Mauerfall beendete die Karriere jäh. Seit einigen Jahren steht Lück aber wieder auf der Bühne. Vor seinem 75.  Geburtstag am Mittwoch sagt der weißhaarige Jeansträger, der Mitte der 90er-Jahre zwei Schlaganfälle hatte: „Ich bin zufrieden, dass ich noch bisschen was machen kann, und werde es irgendwann auslaufen lassen“. Was ihn „bisschen stolz“ mache: „Ich werde erkannt, und die Leute sprechen mich an.“ Allerdings nicht mehr in solchem Maß wie zu DDR-Zeiten.

„Ich habe mir immer lustige Themen gesucht“, sagt er. Oft geht es natürlich auch um die Liebe. Mit ihr hatte Lück privat eher Pech. Er ist dreimal geschieden, auch Beziehungen mit bekannten Damen – Aurora Lacasa und Nina Hagen – gingen zu Bruch. Mit der vierten Ehefrau, Uschi, hat er aber Glück: Seit 19 Jahren hält die Ehe. Die beiden leben in einem Häuschen in einem kleinen Ort nahe Berlin.

Sein Freund Andreas Holm singt noch immer kollegial an seiner Seite. Seit 1969 waren sie oft als Duo in der DDR unterwegs. Ende der 90er Jahre dann das Comeback – seitdem gibt es „Holm und Lück“ wieder. Holm hat auch viele Songs für Lück geschrieben und komponiert. In einem ihrer aktuellen Songs heißt es: „Was woll’n wir in Hollywood, in der Supertraumfabrik? Hier geht’s uns doch genauso gut, obwohl ich hier kein‘ Oscar krieg.“

Die ganz schweren Zeiten sind vorbei. Nach dem Ende der DDR hatte er hauptberuflich Flohmärkte organisiert, auf denen auch seine eigenen LPs verscherbelt wurden - „für einen Fünfer“. (dpa)

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