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Samstag, 04.08.2018

Von Zittau nach Cannes

Ein Film von Florian Henckel von Donnersmarck hat Chancen auf den Goldenen Löwen.

Von Annette Reuther

Oscargewinner Florian Henckel von Donnersmarck.
Oscargewinner Florian Henckel von Donnersmarck.

© dpa

Der neue Film des deutschen Oscarpreisträgers Florian Henckel von Donnersmarck, „Werk ohne Autor“, geht ins Rennen um den Goldenen Löwen beim Filmfest in Venedig. Das Drama mit Tom Schilling, Sebastian Koch und Paula Beer tritt gegen Filme wie das Weltraumdrama „First Man – Aufbruch zum Mond“ von US-Regisseur Damien Chazelle oder wie den Netflix-Western „The Ballad of Buster Scruggs“ der Brüder Ethan und Joel Coen mit Tom Waits an. Das gab das Filmfestival am Mittwoch in Venedig bekannt.

Szenen für diesen Film wurden auch im Zittauer Gefängnis, im Großschönauer Bahnhof sowie in einem Umgebindehaus in Oderwitz gedreht. Weitere Drehorte waren unter anderem Dresden und Görlitz. Der drei Stunden lange Film von Henckel von Donnersmarck, der einen Oscar für seinen Film „Das Leben der Anderen“ bekommen hatte, kommt am 3. Oktober in die deutschen Kinos und feiert in Venedig Weltpremiere. Er handelt von Kindheitserinnerungen aus der Nazi-Zeit und während des DDR-Regimes. „In „Werk ohne Autor“ geht es um leidenschaftliche Liebe, um Kunst und um Geschichte – all das passt nach Venedig wie der Löwe auf den Markusplatz“, erklärt Henckel von Donnersmarck.

Das Filmfest von Venedig ist eines der wichtigsten Kinofestivals der Welt und läuft in seiner 75. Ausgabe vom 29. August bis zum 8. September. „First Man“ mit Ryan Gosling eröffnet das Festival. Regisseur Chazelle hatte mit „La La Land“ vor zwei Jahren das Filmfest eröffnet und dann mehrere Oscars gewonnen.

Im diesjährigen Wettbewerb laufen zudem „22 July“, ein Film von Paul Greengrass über den Attentäter Anders Breivik, der am 22. Juli 2011 in Norwegen mehr als 70 Menschen tötete, und das Musikdrama „Vox Lux“ mit Natalie Portman und Jude Law.

Außerhalb des Wettbewerbs ist unter anderem das Filmmusical „A Star is Born“ mit Lady Gaga zu sehen. Es ist ein Remake des gleichnamigen Hollywoodklassikers von 1976 mit Barbra Streisand. Die Weltpremiere findet am 31. August statt. „Wir haben gesehen, dass Lady Gaga großartig singt, jetzt wissen wir auch, dass sie eine großartige Schauspielerin ist“, sagte Festivaldirektor Alberto Barbera.

Chef der Jury ist in diesem Jahr Regisseur Guillermo del Toro, der mit „The Shape of Water“ letztes Jahr den Goldenen Löwen von Venedig gewonnen hatte.