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Freitag, 11.05.2018 TV-Tipp

Von der Wurzel des Lebens

Eine Dokumentation aus dem chinesischen Nationalpark Baima Lake Forest erzählt vom kargen Dasein in der Höhe.

Von Klaus Braeuer

Sie sehen aus wie Würmer, sind aber Pilze, die im chinesischen Baima-Nationalpark wachsen und denen Wunderkräfte nachgesagt werden.
Sie sehen aus wie Würmer, sind aber Pilze, die im chinesischen Baima-Nationalpark wachsen und denen Wunderkräfte nachgesagt werden.

© He Jinghua/dpa

In der südwestlichen chinesischen Provinz Yunnan, an der Grenze zu Tibet, liegt in über 3 000 Metern Höhe das Baima-Naturreservat, das 1983 eingerichtet wurde. Im dortigen Schneegebirge hat der Frühling erst im April begonnen, aber der Sommer ist im Juli schon vorbei. Wie Menschen, Tiere und Pflanzen in dieser unwirtlichen Natur zurechtkommen, davon berichtet die letzte Folge der Dokumentationsreihe „Geheimnisse Asiens – Die schönsten Nationalparks“. „Das Gold des Himalaya“ nennt Jörg Daniel Hissen seinen Film. Mit dem Titel sind seltene Pilze mit sagenumwobener Heilkraft gemeint: Der winzige Raupenpilz namens Cordyceps wiegt nur etwa ein Gramm, soll gegen Krebs helfen sowie eine kräftigende und aphrodisierende Wirkung haben.

Ein Kilogramm davon bringt auf dem Weltmarkt etwa 20 000 Dollar ein. Er wird die „Wurzel des Lebens“ genannt und wächst nur in sehr großer Höhe, wo die Pilzesammler täglich stundenlang um die zwanzig Kilometer wandern, um etwa zehn bis zwanzig dieser begehrten Pilze zu finden. Das gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Ähnliches gilt für den seltenen Schwarzen Stumpfnasenaffen, die einzige Affenart auf der Erde, die sich an das Leben in so großer Höhe angepasst hat. Es gibt nur wenige Aufnahmen von ihnen. Die stark gefährdete Tierart wird von Wildhütern beschützt.

Vorgestellt werden in dieser sehenswerten wie informativen Reportage auch ein junger Wildhüter und ein Bauer, der Schwarzkopfmorcheln anbaut. Jörg Daniel Hissen begleitet junge Mönche, die im chinesischen Kloster Dongzhulin die tibetische Sprache und die Kunst des Debattierens lernen. Viele der Mönche engagieren sich für den Tierschutz und suchen im Naturreservat nach Tierdrahtfallen.

Die Menschen in den Bergdörfern Yunnans haben noch ein anderes Problem: zu wenige Nachkommen. Wohl deshalb heiratet eine Frau nach tibetischer Tradition auch die Brüder ihres Mannes. (dpa)

„Das Gold des Himalaya“, 18.35 Uhr, Arte

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