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Sonntag, 11.02.2018 TV-Tipp

Vom Kandidaten zum Coach

2012 stand er bei „The Voice of Germany“ im Finale, jetzt coacht er selbst junge Gesangstalente: Max Giesinger feiert sein „Voice“-Comeback als Vorteil.

Von Thomas Bremser

Die Coaches von „The Voice Kids“, Mark Forster (l.), Nena, Larissa und Max Giesinger, posieren für die Castingshow in Berlin.
Die Coaches von „The Voice Kids“, Mark Forster (l.), Nena, Larissa und Max Giesinger, posieren für die Castingshow in Berlin.

© dpa

Das Studio, die Bühne, die roten Stühle: Das alles kennt Max Giesinger noch ganz genau. 2012 stand der Badener im Finale der damals noch neuen Show „The Voice of Germany“. Jetzt feiert er seine Rückkehr. In der neuen Staffel der Kinderausgabe „The Voice Kids“, die am Sonntag startet, ist Giesinger als Coach dabei.

„Vor sechs Jahren habe ich in diesem Raum meine ersten Interviews gegeben nach den Liveshows. Damals war ich schon noch sehr jung und hab’ regelmäßig Quatsch erzählt. Mittlerweile weiß ich besser, wie ich mich in Interviews verhalte“, sagte Giesinger. Mit dem Studio H in Berlin-Adlershof verbindet er ganz besondere Momente: „Ich war vor dem ersten Auftritt mega aufgeregt. Ich habe das als große Chance aufgefasst und wollte das nicht versauen.“

Vor seiner Teilnahme hatte Giesinger in diversen Schulbands gespielt, als Straßenmusiker in Australien Geld verdient und eine Banklehre abgebrochen. Bei „The Voice“ kam der Musiker im Team von Xavier Naidoo bis ins Finale. Die Staffel gewann am Ende die Berlinerin Ivy Quainoo, die in diesem Jahr beim Vorentscheid zum ESC mitmacht.

Doch nach dem TV-Erfolg kam für Giesinger schnell die Ernüchterung. „Direkt nach ,The Voice’ hatte ich eine tolle Zeit, ich war zum ersten Mal so richtig auf Tour. Als dann die zweite Staffel losging, hat das Interesse spürbar nachgelassen.“ Der 29-Jährige überwarf sich mit seinem Label, kratzte das Geld für sein erstes Album „Laufen lernen“ mit Spenden von Fans zusammen und landete schließlich 2016 auf seinem zweiten Album mit „80 Millionen“ seinen ersten großen Hit. Es folgte unter anderem „Wenn sie tanzt“.

„Am Ende war das ein mühsamer und langer Weg, bis da mal was lief. Darum fühlt es sich auch nicht so an, als ob mir der Job bei ,The Voice Kids’ in irgendeiner Weise geschenkt wurde“, erklärt der Songwriter. Er sähe deshalb einen Vorteil darin, sich als Ex-Kandidat in die jungen Talente im Alter von 8 bis 14 Jahren hineinversetzen zu können. „Gerade deswegen glaube ich, den Kindern ganz gute Ratschläge geben zu können, vor allem mit dem Druck klarzukommen.“

Die Kids treten in der mittlerweile sechsten Staffel der neunteiligen Show in mehreren Runden an, im Finale winkt ein Ausbildungsstipendium von 15 000 Euro und – falls gewünscht – ein Plattenvertrag. Im vergangenen Jahr gewannen 80er-Ikone Nena und ihre Tochter Larissa als Team „Larena“ mit ihrer Kandidatin Sofie die Show. Neben Giesinger und Team „Larena“ ist erneut Songwriter Mark Forster dabei, der zuletzt auch in der Erwachsenenausgabe auf dem roten Jury-Stuhl Platz nahm. „Für mich ist es gar nicht so einfach. Es sind dieselben Regeln, es ist dasselbe Studio, alles gleich. Nur die Talente sind Kids“. Man müsse sich gegenüber einem achtjährigen Mädchen natürlich anders verhalten, als gegenüber einem 45-jährigen Hardrocker. Forster begrüßt es, dass mit Giesinger erstmals ein früherer Teilnehmer zum Coach aufgestiegen ist. „Das motiviert sicher auch die Kandidaten, die hier mitmachen, und zeigt, dass man nicht immer gewinnen muss, um es in der Musikindustrie zu schaffen. Es kann aber ein Anfang sein.“ Er traue dem Neuling sogar zu, die Show am Ende zu gewinnen – allerdings nur durch „Anfängerglück“. (dpa)

„The Voice Kids“, Sonntag, 20.15 Uhr, Sat 1

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