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Dienstag, 07.08.2018

Schwächster „Tatort“ aller Zeiten?

Von Carsten Rave

Weite Teile des TV-Publikums haben dem Schweizer ARD-„Tatort“ am Sonntag die kalte Schulter gezeigt. Lediglich 4,79 Millionen Zuschauer verfolgten ab 20.15 Uhr den Krimi „Die Musik stirbt zuletzt“, der von Regisseur Dani Levy in einer einzigen Kamerafahrt, also ohne Schnitte, gedreht wurde. Der Marktanteil betrug 17,5 Prozent. Ein guter „Tatort“ erreicht in der Regel um die neun, manchmal auch deutlich über zehn Millionen Zuschauer.

Der bislang schwächste „Tatort“-Krimi in der jüngeren Vergangenheit war der 130 Minuten lange Film „Off Duty“ mit Til Schweiger am 8. Juli dieses Jahres, der 5,34 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 18,6 Prozent hatte. Der Film war im vorigen Jahr bereits in den Kinos dramatisch gefloppt.

Und das waren die bisherigen „Tatort“- Loser: „Hiob“, ein „Tatort“-Fall aus Österreich, kam im Jahr 2010 auf 5,93 Millionen Zuschauer, gefolgt vom Kieler „Tatort: Borowski und das Fest“ 2017 mit 6,11 Millionen und dem Schweizer Krimi „Schutzlos“ 2015 mit 6,12 Millionen.

„Angesichts des Stoffs, der dramaturgischen Umsetzung und des experimentellen Ansatzes von Dani Levys ,Tatort‘ ist das für einen Sonntagskrimi mitten in der Sommerhitze in meinen Augen ein sehr respektables Ergebnis“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres am Montag. „Aber natürlich sind das nicht die Zuschauerzahlen, die wir uns für einen ,Tatort‘ in der Hauptsaison wünschen.“

Auch der „Tatort“-Experte François Werner, der die Fanseite Tatort-Fundus.de betreibt, bringt die schwache Quote mit den hohen Temperaturen in Verbindung, ergänzt aber, dass sich viele Zuschauer sicherlich an der „unkonventionellen Machart“ mit einer Erzählerfigur gestört hätten. Daher sei der Film bewusst in der Sommerzeit „versteckt“ worden. (dpa)

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