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Montag, 25.01.2010

Privates Kunstmuseum für Werk von Hans Körnig

Dresden - Der Maler und Grafiker Hans Körnig (1905-1989) bekommt in Dresden ein 260 Quadratmeter großes Kunstmuseum. Das „Körnigreich“ soll am 16. Februar im Barockviertel eröffnet werden, wo der „Meister der Aquatinta-Radierung“ einst sein Atelier hatte, sagte ein Sprecher am Montag der dpa in Dresden.

Möglich sei die Einrichtung durch einen Kunstmäzen, der noch nicht genannt werden wolle und der den Nachlass des Künstlers erworben habe. Das Oeuvre umfasse rund 1300 grafische Werke und 300Ölbilder. Sie sollen in Anlehnung an Körnigs berühmte Dachbodenausstellungen in wechselnden Kabinett-Schauen gezeigt werden.Der aus Flöha stammende Körnig studierte 1930 bis 1933 an der Kunstakademie Dresden, die er aber aus stillem Protest gegen die Entlassung von Otto Dix verließ. Bis zum Einzug an die Russische Front und nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete er als freier Künstler in Dresden. Mangels Ausstellungsmöglichkeiten in der Elbestadt zeigte er seine Arbeiten im Atelier und auf dem Dachboden. Zur Eröffnung der Dachbodenausstellung 1955 kam außer den damals jungen Malern Georg Baselitz und A.R. Penck auch Otto Dix.

Wegen seines Bildes „Straße der Befreiung“, auf dem Hammer und Sichel der sowjetischen Fahne unter die Hufe des Pferdes vom Reiterstandbild Augusts des Starken geraten waren, wird Körnig 1958 aus dem Verband Bildender Künstler Deutschlands ausgeschlossen. Während einer Reise mit Frau und Tochter nach Holland und Belgien wurde 1961 die Mauer gebaut, die Körnigs blieben im Westen. Das in Dresden befindliche Werk wurde beschlagnahmt und war bis 1990 unzugänglich. Körnig arbeitete dann in Niederbayern, wo er sich nach zunehmender Erblindung am 14. Oktober 1989 das Leben nahm. (dpa)