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Dienstag, 18.09.2018

Nur echt mit Yorkshire-Hündin Daisy

Von Cordula Dieckmann

Else Moshammer (Hannelore Elsner) und „Rudi“ (Thomas Schmauser) auf dem Weg ins Ladengeschäft – Szene aus dem TV-Spielfilm, der am Mittwoch läuft. Foto: dpa
Else Moshammer (Hannelore Elsner) und „Rudi“ (Thomas Schmauser) auf dem Weg ins Ladengeschäft – Szene aus dem TV-Spielfilm, der am Mittwoch läuft. Foto: dpa

© dpa

Pelze, Kaschmir, Seide – bei Rudolph Moshammer musste es schon vom Feinsten sein. Prominente wie Arnold Schwarzenegger, Startenor José Carreras und Thomas Gottschalk ließen sich in seiner Münchner Edelboutique in der luxuriösen Maximilianstraße einkleiden. Der Stil: Extravagant, elegant und gerne auch mal schrill, so wie der Modemacher selbst. Mit seinem Rolls-Royce kurvte er durch die Stadt, besuchte die Partys der Schickeria, oft mit seiner Yorkshire-Hündin Daisy. Was für ein Schock, als der berühmte Modezar 2005 in seiner Villa im noblen Grünwald ermordet wurde, von einem Mann aus dem Strichermilieu. Ein Film zeichnet nun einen Ausschnitt aus Moshammers Leben nach. „Der große Rudolph“ nennt sich die Gesellschaftssatire, die am Mittwoch im Ersten zu sehen ist. Mit großer Hingabe spielt Thomas Schmauser den schillernden Münchner, der seit den Sechzigerjahren Mode entwarf. Wichtig auch die Rolle von Moshammers Mutter Else, der ihr Sohn mit dem Buch „Mama und ich“ ein literarisches Denkmal setzte. Hannelore Elsner glänzt in der Rolle der Grand Dame, die im Hintergrund die Fäden zieht und sehr genau weiß, was ihr geliebter Sohn tun und lassen sollte. Die Schauspielerin erinnert sich aus ihrer Münchner Zeit an die Auftritte Moshammers und seiner Mutter. „Ich weiß, dass sie damals in allen Gazetten waren. Ich fand das skurril, aber es hat mich nicht sonderlich interessiert“, sagte Elsner. Die Rolle als Else fand sie aber spannend. „Allein schon dieses g’scherte Münchnerisch, das so fein ordinär daherkommt, ich fand das toll.“ In der Tat ist der Film amüsant, auch weil Schmauser und Elsner ein wunderbares Paar abgeben. Er, der Sohn mit großen Träumen, der auch gerne mal wie ein barocker Fürst über den roten Teppich läuft und mit seiner schwarzen Haarpracht an den legendären Märchenkönig Ludwig II. erinnert. An seiner Seite Elsner als die Mutter, die ihn beständig antreibt und damit trotz aller Liebe auch mal nervt. Dazu die herrlich karikierten Kunden der Luxusboutique, die im Geld schwimmen.

Schön ist, dass der Film hinter die Fassade des strahlenden Modezaren blickt, der am 27. September 1940 geboren wurde. Denn bei aller Liebe zu Glanz und Ruhm hatte er auch ein Herz für Ausgestoßene und Arme. So verteilte er warme Decken und Essen an Obdachlose und war in Wirklichkeit oft sehr unsicher und auf der Suche nach wahrer Anerkennung. Doch „Der große Rudolph“ zeigt nur Ausschnitte. Themen wie seine sorgsam verheimlichte Homosexualität werden nur angedeutet, sein brutaler Tod bleibt ausgespart. Stattdessen gibt es lockere Sprüche und unterhaltsame Einblicke in die Münchner Schickeria mit ihren Intrigen und Eitelkeiten. (dpa)

„Der große Rudolph“, Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD

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