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Mittwoch, 20.04.2016

Neue Chefin für Kunstsammlungen Dresden

Karrieresprung von Düsseldorf nach Dresden: Die renommierte Museumschefin Marion Ackermann wird künftig Herrin der weltberühmten Kunstsammlungen an der Elbe.

Marion Ackermann soll ihr neues Amt am 1. November antreten.
Marion Ackermann soll ihr neues Amt am 1. November antreten.

© dpa

Düsseldorf/Dresden. Die Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Marion Ackermann, wechselt nach Dresden. Ackermann wird ab 1. November neue Generaldirektorin der weltberühmten Staatlichen Kunstsammlungen. Das bestätigte die Düsseldorfer Staatskanzlei am Donnerstag offiziell. Ackermann (51) folgt auf Hartwig Fischer, der seit Anfang April Direktor des British Museum in London ist. Die Dresdner Kunstsammlungen werden derzeit kommissarisch von Dirk Syndram geleitet.

In Dresden wird Ackermann, die Expertin für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist, einen Verbund aus 15 teils weltberühmten Museen und Institutionen übernehmen. Dafür steigt sie vorzeitig aus ihrem Vertrag in Düsseldorf aus, der vor zwei Jahren bis 2023 verlängert worden war. „Es schmerzt uns und auch mich persönlich, dass wir mit Frau Dr. Ackermann eine international hoch geschätzte Kunstexpertin ziehen lassen müssen“, erklärte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Ackermann habe die Kunstlandschaft „mit ihrer Leidenschaft und Expertise bereichert“ und sei ein „Aushängeschild des Kunst- und Kulturlandes NRW“.

Hintergrund: Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

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Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören neben dem Pariser Louvre, dem Metropolitan Museum New York und der Eremitage in St. Petersburg zu den bedeutendsten Museen der Welt. Die 14 Einrichtungen verwahren rund 1,5 Millionen Kunstwerke - von Gemälden, Grafik und Skulpturen über Preziosen, Möbel, Waffen und Porzellan bis zu Volkskunst und Ethnographie.

Die Schätze aus mehreren Jahrhunderten - von der Antike bis zur Gegenwart - besichtigen jährlich mehrere Millionen von Besucher aus aller Welt. Zugpferde sind die Gemäldegalerie Alte Meister, das Schatzkammermuseum Grünes Gewölbe und die Porzellansammlung.

Der Ursprung liegt in der 1560 gegründeten Kunstkammer, deren Bestand im 18. und 19. Jahrhundert um Kunstschätze und Kuriositäten aus aller Welt vermehrt wurde. Wie andere höfische Sammlungen dezimierten Kriege, Verkäufe, Verpfändungen, Diebstahl oder Einschmelzung die Bestände. 1945 brachte die sowjetische Armee Tausende Stücke gen Osten, Mitte der 50er-Jahre kehrte aber das meiste davon zurück. Seit der Wende werden die Domizile der Museen vom Freistaat mit Millionenaufwand rekonstruiert.

Zudem ist das Gerhard Richter Archiv eine Institution der SKD. Es wurde 2006 mit Unterstützung des aus der Elbestadt stammenden Malers, der zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern gehört, gegründet. In enger Zusammenarbeit mit dessen Atelier in Köln trägt das Team Material zum künstlerischen Leben des 84-Jährigen zusammen. (dpa)

Ackermann erklärte: „Die ungeheure Vielfalt der Kunstsammlungen Dresden haben mich dazu bewogen, wenn auch mit schwerem Herzen, vom Rhein Abschied zu nehmen.“ Die international vernetzte Kunsthistorikerin ist seit 2009 künstlerische Direktorin der landeseigenen Kunstsammlung in Düsseldorf. Wer ihre Nachfolge antritt, ist offen.

Ackermann hatte in der Kunstsammlung NRW seit 2009 konsequent mehr Künstlerinnen präsentiert und die beiden Haupthäuser für junge und experimentierfreudige Künstlern geöffnet. Der bisherige Dresdner Generaldirektor Fischer war 2012 ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen nach Dresden gewechselt. Er war zuvor Direktor des Essener Museums Folkwang. (dpa)