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Dienstag, 17.04.2018

Nach „Neger“-Tweet: MDR sagt Sendung ab

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Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry war beim MDR eingeladen.
Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry war beim MDR eingeladen.

© dpa

Dresden. Mit der Internet-Ankündigung einer Radiosendung hat der MDR bundesweit Empörung ausgelöst. „Darf man heute noch ,Neger‘ sagen?“ Mit dieser Einstiegsfrage übertitelte MDR Sachsen am Dienstag eine Programmseite für eine Diskussion über politische Korrektheit. Auf Twitter protestierten daraufhin Hunderte Nutzer gegen diese Formulierung. Viele hielten schon die Frage für rassistisch. Aufgrund des Shitstorms nahm der MDR am Nachmittag die Überschrift zurück und änderte den Text. „Wir entschuldigen uns für die rhetorisch gemeinte Einstiegsfrage“, erklärte der MDR. „Wir haben mit der Überspitzung die Gefühle vieler verletzt.“

Nachdem am Nachmittag kurzfristig zwei der vier geladenen Diskussionsgäste ihre Teilnahme abgesagt hatten, nahm der MDR die für Dienstagabend geplante Sendung aus dem Programm. Die Landtagsabgeordnete der Linken, Kerstin Köditz, und der Leipziger Politikwissenschaftler Robert Feustel erklärten gemeinsam, die ursprüngliche Formulierung der Sendungsankündigung sei „völlig indiskutabel“. Außer ihnen waren die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry und der Fernsehmoderator Peter Hahne eingeladen. Petry kommentierte auf Twitter: „Die Absagen sprechen doch eine eigene Sprache und dokumentieren den Status der Diskussionsfähigkeit.“

Sandro Viroli, der Direktor des Landesfunkhauses Sachsen, erklärte gegenüber der Sächsischen Zeitung, die Sendung solle zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden, „unter dem Lichte der Erfahrungen, die wir heute gemacht haben“. Die Absage sei notwendig gewesen, da zwei von vier Gästen abgesprungen seien. Die Diskussion hätte dann nicht mehr ausgewogen stattfinden können. Stattdessen sollte am Dienstagabend nur Musik gesendet werden. (SZ/mk)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 26 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. alter Schwede

    Ha,Ha,Ha,Ha,zum totlachen-Neger wird von Gutmenschen (oder dem Zentralkommitee für "Gute Sprach")als politisch Unkorrekt gebrandmarkt aber Pöpelrapper bekommen eine Auszeichnung!!!! Wo sind wir nur hingekommen.Deutschland schafft sich wahrscheinlich doch ab,ob der Doppelmoral.

  2. Thomas

    Ja darf man. Ich habe auch nix dagegen wenn man mich schwuler nennt. Ich bin es. Es kommt nämlich darauf an in welchem Zusammenhang und in welcher Tonlage die Worte gesagt werden.

  3. stefanus

    Als Junger Pionier habe ich meine Schulkameraden motiviert. Es wurde für die kleinen armen Negerkinder Geld gesammelt und gespendet, als Zeichen der Solidarität. Wir fühlten uns wohl dabei! Ja, damals in der Diktatur!

  4. western pacific

    Die Absage der Sendung spricht schon für sich. Eine sachliche Diskussion ist offensichtlich unmöglich geworden und von einigen wohl auch nicht gewollt. Trotzdem werde ich auch in Zukunft Negerküsse essen und im Restaurant ein Zigeunersteak bestellen.

  5. gt

    Also, ich bin nur noch entsetzt darüber, was hier in diesem "Staat" so abläuft, es ist einfach krass, um nicht zu sagen pervers! Natürlich darf man "Neger" sagen!! Das ist seit Jahrhunderten ein Synonym für einen dunkelhäutigen Menschen. Ich weiß nicht, wie dunkelhäutige Menschen uns "Weiße" bezeichnen, da kann ich aber auch nichts dagegen machen. Wenn ich einen "Negerkuss" oder einen "Mohrenkopf" esse, dann tue ich doch diesen Menschen nichts Böses an! Wenn ich ein "Zigeunersteak" esse, dann weiß ich doch auch, dass das Fleisch nicht von einem Sinti/Roma stammt. Einen Chinesen, Japaner etc. als "Schlitzauge" zu bezeichnen, ist für mich auch keine Beleidigung, die nennen uns übrigens "Langnasen"! Also, es ist nur noch widerlich, ich hoffe, das das alles in ca. 3,5 Jahren ein Ende hat. Aber vielleicht erkennen das unsere Politikdarsteller noch rechtzeitig und Wahlen werden bis dahin abgeschafft !

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