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Samstag, 16.02.2008

Musical „Elixier“ von Prinzen-Sänger Künzel ist schrill-modern zurück

Dresden. Am Ende gab es doch noch langen Applaus: Das Musical „Elixier“ mit Musik von Prinzen-Sänger Tobias Künzel hatte am Freitag in der voll besetzten Komödie Dresden Premiere. Zehn Jahre nach der Uraufführung wird das Stück bis April wieder gezeigt - diesmal mit „Star Search“-Siegerin Florence Joy in der Hauptrolle. Besonders gefallen dürfte die Handlung allen, die jung und schön bleiben möchten: Bei „Elixier“ geht es um einen Trank, der ewige Jugend verheißt.

Das Musical scheint davon selbst einen großen Schluck genommen zu haben. Bei der Rollenbesetzung und der Inszenierung gab es eine kräftige Verjüngungskur. Neben dem stimmgewaltigen Teenie-Star Florence Joy (21) stehen mehrere Darsteller aus der Telenovela „Verliebt in Berlin“ auf der Bühne - allesamt beliebte Schauspieler, von denen viele allerdings nie eine Gesangsausbildung durchlaufen haben und nun erstmals Musical-Luft schnuppern.

Bei der Uraufführung im Dezember 1998 spielte Prinzen-Frontmann Künzel noch selbst eine Hauptrolle. Damals kam die Musik auch live vom Orchester der Musikalischen Komödie Leipzig. In Dresden kommt die Musik vom Band und einige Gast-Stars wie Rapper Smudo und Schlager- Sänger Guildo Horn werden per Video in das Stück eingeblendet.

Die Geschichte ist schnell erzählt: In der ostdeutschen Industriestadt Bitterfeld forscht im Jahr 1978 Chemiker David (Oliver Frischknecht) nach einem Elixier für ewige Jugend. Er verliebt sich in die Tänzerin Betti (Florence Joy). Ihre Wege trennen sich bald wieder, aber vorher trinken sie noch gemeinsam von dem giftgrünen Elixier. 20 Jahre später taucht die Tänzerin wieder auf, scheinbar nicht gealtert. Davids falscher Jugendfreund (Hubertus Regout) will das Elixier nun im großen Stil vermarkten.

Künzel komponierte dazu eine teils sehr rockige, teils romantisch- sentimentale Musik, vom Disco-Stil der 70er bis zum Techno-Groove der 90er Jahre. Regisseur Jürgen Mai setzte das Stück modern und phasenweise schrill in Szene. Scheinbar zu schrill für manche Zuschauer: Der Szeneapplaus blieb selten und kurz.

Fast alle Milieus und Klischees kommen in der dreistündigen Aufführung aufs Tablett: Frustrierte Ostdeutsche, skrupellose Geldscheffeler, Hausfrauen im Jugendwahn und der Generationenkonflikt in einer miefigen Kleinstadt.

Bis zum 19. April wird „Elixier“ in der Komödie Dresden gezeigt, es sind rund 30 Aufführungen geplant. Die Karten kosten an den meisten Tagen zwischen 27 und 35 Euro. (dpa)