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Dienstag, 12.06.2018

Mein Haus kann schwimmen

Von Klaus Braeuer

Ole, Jill und Line Grigoleit auf ihrem Hausboot. Der Familienvater aus Hamburg hat auf dem alten Kahn ein Heim mit 100Quadratmetern Wohnfläche geschaffen. Foto: dpa
Ole, Jill und Line Grigoleit auf ihrem Hausboot. Der Familienvater aus Hamburg hat auf dem alten Kahn ein Heim mit 100 Quadratmetern Wohnfläche geschaffen. Foto: dpa

© dpa

Wohnen ist eines der großen aktuellen Themen. Angesichts weiter steigender Mieten und nahezu unerschwinglicher Kaufpreise für Häuser in Ballungsräumen sind alternative Lösungen zunehmend gefragt – was insbesondere junge Familien vor große Herausforderungen stellt. Davon berichtet die Reportage „Mein Haus zieht mit“ aus der Reihe „37 Grad“. Sie ist am Dienstag im ZDF zu sehen.

Seit fünf Jahren wohnt das Paar Jill und Ole auf einem Hausboot, in einem kleinen Hafen in einem versteckten Seitenarm der Elbe, südlich von Hamburg. Da sie dort keine Wohnung fanden, sagte er irgendwann: „Ich baue uns einfach was“. So kaufte der handwerklich geschickte Mann für 6 000 Euro den Rumpf eines vergammelten Kahns und baute in Eigenregie ein rotes Haus darauf. Das bietet 100 Quadratmeter Wohnfläche, Strom und fließend Wasser. Ihre Dreizimmerwohnung in Leipzig hat Familie Weiser ganz bewusst aufgegeben und ist in einen gebrauchten, recht anfälligen Camper (Kredit: 3 000 Euro) umgezogen. Die Verkleinerung auf lediglich zehn Quadratmeter bedingt ordentliches Ausmisten. Das Geld ist knapp, das Wohnmobil muss abbezahlt werden, die Rücklagen reichen lediglich für drei Monate. Egal: Die beiden machen sich mit ihren zwei noch nicht schulpflichtigen Kindern auf den Weg in Richtung Südfrankreich.

In ein winziges Haus in Detmold wollen Brendan und Sina umziehen, die noch keine Kinder haben. Sie wählen dafür ein „Tiny House“ mit 25 Quadratmetern Grundfläche und 3,5 Tonnen Höchstgewicht, ein Häuschen auf einem Anhänger. „Wir sind noch jung und wissen nicht, wo wir auf Dauer leben wollen. Aber dieses Haus können wir überall hin mitnehmen“, sagen sie.

Filmemacherin Doro Plutte nimmt die Zuschauer mit zu ihren diversen Protagonisten, die ganz unterschiedliche Erfahrungen machen, und enthält sich einer Bewertung. Sie berichtet wohlwollend von sympathischen Menschen, die ein gewisses Maß an Freiheit suchen und nicht ihr Leben lang ein Eigenheim abbezahlen und sich dadurch binden lassen wollen. (dpa)

„Mein Haus zieht mit“, 22.15 Uhr, ZDF

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