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Montag, 12.03.2018

Klavierkunst vom Feinsten

Der Pianist Peter Rösel wird beim Philharmoniekonzert für seine Interpretationen von Schumann und Strauss gefeiert.

Von Jens Daniel Schubert

Das Konzert der Dresdner Philharmonie hieß schlicht „Peter Rösel“. Wer am ersten von zwei Konzertabenden noch eine Karte ergattern wollte, gab nicht so schnell auf. In der Pause drängten sich die Konzertbesucher um den CD-Verkaufstisch, wo Rösel Autogramme gab. Peter Rösel ist ein Star, einer der ganz großen Pianisten, der in Dresden zu Hause ist und keinen Rummel um seine Person macht. Seit er Ende der 1960er-Jahre das Tschaikowski-Konservatorium absolviert hatte, wird er weltweit gefeiert.

Bei seinem Konzert am Wochenende spielte die Philharmonie nach der Pause noch Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“. Die gewaltige wie großartige Tondichtung, zumindest ihr monumentaler Beginn, ist durch Film und Werbung bekannt. Sebastian Weigle musizierte das Werk mit beeindruckenden Farben und Entwicklungen. Und dennoch stand der Abend ganz im Zeichen von Peter Rösel. Er hatte im ersten Konzertteil Schumanns „Introduktion und Allegro apssionato“ sowie Strauss‘ „Burleske für Klavier und Orchester“ gespielt.

Rösels Auftritt war wie immer zurückhaltend, seine Gestik und Mimik beim Spiel ganz konzentriert, auf sich und seine Interpretation gerichtet. Selten wanderte ein Blick zu Orchester oder Dirigent, meist war er ganz auf die Musik fixiert. Rösel ist ein brillanter Techniker, die Läufe und Akkorde sind genau, der Anschlag ist präzise, die Dynamik fesselnd. Man hört sein Spiel und es gibt keinen Zweifel: So und genau so muss er, muss man dieses Stück spielen.

Es begann scheinbar ganz entspannt. Stimmungsvoll war die Introduktion des Schumann, innig waren die Horn- und Klarinettenrufe. Dann wuchs die Leidenschaft. Streicher und Klavier konzertierten miteinander, steigerten sich zu großer emotionaler Dichte. Dahinein gebettet lyrische Episoden, die Rösel zu romantischem Gefühl formte. Mit furioser Virtuosität ging es zum fanfarenartigen Finale. Strauss‘ „Burleske“ hat eine ganz andere Farbe. Der Humor ist manchmal wild, andererseits von Schwermut durchzogen, eine verträumte Romantik. Geradezu trocken griff Rösel den kompositorischen Witz des Stückes auf, das bereits mit einer Paukenmelodie beginnt. Das Soloinstrument dialogisierte mit dem Orchester, fand zu packenden Momenten, glitt wie selbstverständlich in versöhnliche Kantilenen, spielte mit dem manchmal schwermütigen, manchmal aberwitzigen musikalischen Materialien, ohne jemals verspielt zu wirken.

Populäre Zugaben streichelten die Seele und ließen Rösels Gestaltungsreichtum leuchten. Das Publikum ließ ihn erst nach mehreren Zugaben gehen. Es feierte den Solisten, der schließlich das Orchester mit von der Bühne nahm. Das hatte mit dem zweiten Konzertteil ja noch ein gewaltiges Stück vor sich.

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