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Montag, 04.12.2017

Jauchzet Gott in allen Landen

Zum 15. Mal kommt das ZDF-Adventskonzert aus der Frauenkirche in Dresden.

Von Jens Daniel Schubert

Am Sonntag konnten es die ZDF-Zuschauer erleben, Dresden kann es auch harmonisch und schön. Gesendet wurde festliche Musik aus der Frauenkirche, das am Samstag dort aufgezeichnete Adventskonzert. Die Sächsische Staatskapelle und der Staatsopernchor sowie namhafte Solisten musizierten unter Christian Thielemann eine Stunde klangvoll und strahlend, dazu die wohlbedacht konzipierten Bilder aus der malerisch ausgeleuchteten Kirche: schon der Konzertbesucher am Samstag, der nur die Kamerafahrten und nicht das Resultat sah, konnte beeindruckt sein.

Programmatisch war es natürlich kein Adventskonzert. Nach barockem Auftakt mit Bach erklang Felix Mendelssohn Bartholdys Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“. Sie ist ein romantisches Wechselspiel zwischen Chor und Solisten über den Text des bekannten Weihnachtsliedes. Da ist Advent, die Erwartung, schon erfüllt, die Weihnacht, das Christfest erreicht. Der klare, strahlende Sopran von Tuuli Takala, Solistin des Dresdner Opernensembles, mischte sich hervorragend mit dem schönen hohen Bariton von Benjamin Appl, wie Takala eine der besonderen Stimmen der jungen internationalen Sängergeneration.

Das Gloria aus Webers „Freischützmesse“ verkündete die Botschaft der Engel aus der Christnacht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden“. Der Staatsopernchor gab ihr kraftvoll Ausdruck. Sein Auftritt mit diesem Gloria ist eine Referenz an sein diesjähriges 200. Jubiläum und an den Komponisten, der als Kapellmeister in Dresden die Chorgründung angeregt und die Messe für die Hofkirche komponiert hat.

Mit wunderschönem, rundem und farbenreichem Ton gestaltete Sopranistin Diana Damrau als Star des Abends das Laudate Dominum aus Mozarts Vesperae solennes. Strahlende Trompetenmusik gehört natürlich zu einem Festkonzert aus einer Barockkirche. Helmut Fuchs erfüllte diese mit dem Allegro-Satz aus Haydns Es-Dur Trompetenkonzert. Die Sächsische Staatskapelle unter ihrem Chefdirigenten Thielemann war in der breiten Spanne zwischen Barock und Romantik, ein sicherer und klangvoller Begleiter, wichtige Basis und pointierter Impulsgeber des Konzertes.

Zum Abschluss intonierte die Staatskapelle im interessanten Arrangement von Jarkko Riihimäki das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“, in das zunächst die Mitwirkenden, in der dritten Strophe auch die Zuhörer einstimmten. So wurde der Ausblick auf die Weihnacht schließlich zum Beginn der Adventszeit zurückgeführt. Großer Applaus.