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Samstag, 02.04.2011

„Frankfurter Rundschau“ bald aus Berlin

Die traditionsreiche linksliberale Tageszeitung wird künftig in wesentlichen Teilen in der Hauptstadt gemacht. Die Lokalredaktionen bleiben.

Berlin/Frankfurt/Main. Die traditionsreiche linksliberale Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR) wird künftig in wesentlichen Teilen in Berlin gemacht. Diese dramatische Reaktion auf das andauernde Millionendefizit des Blattes kündigte der Vorstand des Medienhauses M. DuMont Schauberg, Franz Sommerfeld, am Freitag an. Von den 190 redaktionellen Stellen in Frankfurt sollen 44 gestrichen werden. Die Mitarbeiter wurden am Freitag darüber informiert.

Rund 19 Millionen Euro Defizit

Danach sollen die Lokalredaktionen in Frankfurt bleiben. Außerdem würden dort alle überregionalen Angebote für die digitalen Auftritte von „Frankfurter Rundschau“ und „Berliner Zeitung“ produziert. Rund 20 Redakteure ziehen in die Hauptstadt und produzieren dort – gemeinsam mit der Redaktion des Schwesterblatts „Berliner Zeitung“ – die überregionalen Seiten beider Titel. Sommerfeld betonte: „Es ist keine Übernahme durch Berlin. Wir werden die FR als eigenständige Zeitung im Markt erhalten.“

Das Blatt habe 2010 rund 19 Millionen Euro Defizit gemacht, sagte Sommerfeld.

M. DuMont Schauberg (MDS) hält seit rund fünf Jahren die knappe Mehrheit an dieser Zeitung, die SPD-Medienholding DDVG 40 Prozent. Die „FR“ hat eine verkaufte Auflage von noch rund 130.000 Exemplaren – vor zehn Jahren waren es über 190.000. (dpa)