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Samstag, 09.06.2018

Erst gruseln, dann schwelgen

Besserer Sound, bessere Logistik: Die Dresdner „Junge Garde“ bietet in dieser Saison maximale Abwechslung. Und mancher Star will nur noch hier auftreten.

Von Andy Dallmann

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Drei, die in diesem Sommer der Dresdner „Jungen Garde“ ein abwechslungsreiches Programm bescheren: Am Dienstag serviert Marilyn Manson einen Mix aus Industrial und Gothic-Rock
Drei, die in diesem Sommer der Dresdner „Jungen Garde“ ein abwechslungsreiches Programm bescheren: Am Dienstag serviert Marilyn Manson einen Mix aus Industrial und Gothic-Rock
  • Drei, die in diesem Sommer der Dresdner „Jungen Garde“ ein abwechslungsreiches Programm bescheren: Am Dienstag serviert Marilyn Manson einen Mix aus Industrial und Gothic-Rock
    Drei, die in diesem Sommer der Dresdner „Jungen Garde“ ein abwechslungsreiches Programm bescheren: Am Dienstag serviert Marilyn Manson einen Mix aus Industrial und Gothic-Rock
  •  Amy Macdonald legt am 19.7. fluffigen Folkpop nach.
    Amy Macdonald legt am 19.7. fluffigen Folkpop nach.
  • Ina Müller kommt mit ihrem Kabarett-geschulten Deutschpop gleich zweimal – am 2. und 3. August.
    Ina Müller kommt mit ihrem Kabarett-geschulten Deutschpop gleich zweimal – am 2. und 3. August.

Dixieland, Shanty-Pop und Ostrock – zum Aufwärmen lief das nationale Programm. Jetzt wird’s dank Künstlern aus Übersee wilder, geht der Promi-Wert hoch. In der Dresdner Freilichtbühne „Junge Garde“ schaffen sich nächste Woche gleich zwei amerikanische Bands mit jeweils sehr speziellen Frontleuten.

Am Dienstag lässt Gruselexperte Marilyn Manson einen Mix aus Industrial, Gothic-Rock und Pop-Experimenten vom Stapel, das im Herbst veröffentlichte Album „Heaven Upside Down“ bietet das passende Material dafür. Am Sonnabend legt Fred Durst mit seiner Combo Limp Bizkit nach. Die Nu-Metal-Pioniere aus Florida versprechen einen Ritt durch ihr Gesamtwerk. Und das Ganze wird mit Sicherheit gut klingen. „Garde“-Betreiber Rodney Aust hat einiges in die weitere technische Aufrüstung investiert. „Auf- und Abbau gehen jetzt schneller, die ganze Logistik wurde optimiert“, erklärt er. „Und wir können die Tonanlage endlich perfekt ausrichten, was zu deutlich verbessertem Sound führt.“

Verbesserte Bedingungen durch zusätzliche Toilettencontainer und ein aufgestocktes Gastronomie-Angebot sollen den „Garde“-Besuch fürs Publikum noch angenehmer machen. Bei etlichen Künstlern ist die Bühne längst als Top-Adresse gespeichert. Rodney Aust: „Wir wollten eigentlich mit Ina Müller ein Konzert bei den Filmnächten am Elbufer machen. Doch sie war strikt dagegen.“ Nach ihrem Konzert in der „Garde“ hatte sich die Hamburger Sängerin regelrecht in diese Open-Air-Anlage verliebt. „Also haben wir das für sie gedeichselt – und sie tritt hier nun zweimal hintereinander auf.“

Robert Plant sollte nach ursprünglicher Tourneeplanung eigentlich in Halle spielen, drängte jedoch sein Management, den Ort zu wechseln. Die „Garde“ hatte auch der Ex-Sänger von Led Zeppelin in so guter Erinnerung, dass er viel lieber dort als auf der Peißnitzinsel spielen wollte. Rodney Aust: „Eine bewusste und persönliche Entscheidung Robert Plants, die uns natürlich sehr freut.“ Mit seiner Band, den Sensational Space Shifters, kommt Plant nun am 1. August nach Dresden.

Ballten sich im vergangenen Jahr zu bestimmten Zeiten die Konzerte, hat Aust das Programm diesmal entzerrt, um den Anwohnern Verschnaufpausen zu gönnen. Die strengen Lärmschutzauflagen seitens der Stadtverwaltung würden zudem sicherheitshalber noch verschärfter umgesetzt. Hochmoderne Lautsprecher sorgten dafür, dass sich die Bässe weniger intensiv in alle Richtungen ausbreiten.

Dieser Minimierung der Lärmbelastung steht eine Maximierung der inhaltlichen Vielfalt gegenüber. „Von Schlager über Hip-Hop bis zu derbem Rock, von Musik für Ältere bis zu Taschenlampenkonzerten für Kinder reicht das Spektrum“, sagt Aust. „Und natürlich geben wir auch Musikern eine Chance, von denen wir überzeugt sind, die aber noch keinen ganz großen Namen haben.“ So lässt er am 28. Juni das australische Geschwister-Duo Angus & Julia Stone in der „Garde“ spielen. Die beiden fabrizieren einen so schwelgerischen wie fragilen Folk-Pop, der auch live ohne jedes Spektakel auskommt. Genau das Richtige also für einen lauen Abend.

Das komplette Programm gibt es unter www.junge-garde.com

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