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Samstag, 04.08.2018

Endlich

Wenigstens im Fernsehen ist der Sommer vorbei. Am Sonntag beginnt die „Tatort“-Saison.

Von Gregor Tholl

Kommt endlich Regen? Wohl nicht. Aber es kommt wieder: Kommissar Schnabel aus Dresden.
Kommt endlich Regen? Wohl nicht. Aber es kommt wieder: Kommissar Schnabel aus Dresden.

© MDR

Man könnte sich natürlich mit den Wiederholungen begnügen. Auf den dritten Programmen laufen gefühlt jeden Abend „Tatorte“ aus den letzten Jahren. Doch für die Fans sind nur die neuen Fälle das Wahre. Und die gehen nun endlich wieder los: Nach der Sommerpause, nur unterbrochen von der Ausstrahlung des Kino-„Tatorts“ mit Til Schweiger, kommen ab diesem Sonntag wieder neue Folgen des beliebtesten TV-Formats der Deutschen. Es gibt Experimente, Neuzugänge und Abschiede. Dies sind die wichtigsten Neuerungen beim „Tatort“:

Endspurt in der Schweiz

Eröffnet wird die Saison am 5. August mit einem „Tatort“ aus der Schweiz. „Die Musik stirbt zuletzt“ ist ein sogenannter One-Shot-Film, er wurde ohne Schnitte am Stück gedreht. Der Film von Regisseur Dani Levy ist der viertletzte „Tatort“ aus Luzern mit Stefan Gubser und Delia Mayer als Reto Flückiger und Liz Ritschard: 2019 ist nach acht Jahren und 17 Filmen Schluss mit diesem Team. Neue Schweizer „Tatort“-Stadt wird ab 2020 wohl Zürich.

Dresden macht sich frisch

Nach dem Ausstieg von Alwara Höfels beim sächsischen MDR-Krimi spielt an der Seite von Karin Hanczewski und Martin Brambach die Schauspielerin Cornelia Gröschel mit. Im Gegensatz zu Höfels ist sie sogar gebürtige Dresdnerin. Fans müssen allerdings noch warten: Erst im nächsten Jahr läuft der nächste Dresdner „Tatort“.

In Weimar wird’s absurd

Dafür kommt ziemlich bald der längst nicht mehr Geheimtipp aus der MDR-Schmiede: Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln in Weimar. Einige finden, sie haben den klamaukigen Münsteraner Ermittlern längst den Rang in Sachen Humor abgelaufen. Ihr nächster Film „Die robuste Roswitha“ kommt am 26. August. Wie im Schweizer „Tatort“ an diesem Sonntag geht es um Giftmord.

Kieler Neuzugang

Nach dem Ausstieg der Schauspielerin Sibel Kekilli bekommt der schleswig-holsteinische NDR-Ermittler Axel Milberg alias Borowski die Schauspielerin Almila Bagriacik als operative Fallanalytikerin Mila Sahin an seine Seite. Der erste Fall mit ihr heißt „Borowski und das Haus der Geister“, er läuft am 2. September.

Premiere in Berlin

Im kommenden Fall aus der deutschen Hauptstadt – „Tiere der Großstadt“ – gibt es am 16. September eine Premiere in Sachen Mörder. ein Roboter steht unter Verdacht. Das passt zum Thema künstliche Intelligenz, das diese Saison recht oft vorkommt.

Dortmund mit neuer Belegschaft

Nach dem Ausstieg von Stefan Konarske ist Rick Okon der Neue im Ruhrgebietsteam des WDR. Seinen Einstand als Jan Pawlak hatte der Schauspieler im Februar in einer Gastrolle als verdeckter LKA-Ermittler. Ab dem kommenden Film ist er fest dabei.

Lindholm mit neuem Lover

Neuer Einsatzort für Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist Göttingen. Die Kommissarin wurde strafversetzt vom Landeskriminalamt Hannover. An der Seite der beliebten NDR-Ermittlerin spielt in den nächsten Krimis Florence Kasumba mit. Lindholm bekommt auch noch einen neuen Lover.

In Kassel stückelt’s sich

Das Frankfurter Duo Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) vom Hessischen Rundfunk ermittelt bald in einem Fall in Kassel. Der Stiefsohn eines Fernseh-Talkers wurde getötet und zerstückelt. Ausgestrahlt werden soll der Krimi aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Tukur verwirrt im Saarland

Wahrscheinlich Ende 2018 kommt der nächste „Tatort“ mit Ulrich Tukur. In „Murot und das Murmeltier“ durchlebt Ermittler Murot einen Tag sieben Mal.

Mordserie in Franken

Die Mordkommission Franken – also das Team um Felix Voss und Paula Ringelhahn, gespielt von Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel – bekommt es in ihrem fünften Fall 2019 mit einer Mordserie zu tun: In Bayreuth wird jede Stunde ein Mensch erschossen. Die Ermittlungen werden zum Wettlauf gegen die Zeit. Drehen ließ der BR auch im berühmten Wagner-Festspielhaus.

Schwarzwald ohne Kommissar Berg

Beim dritten Schwarzwald-„Tatort“ des SWR ist Hans-Jochen Wagner alias Kommissar Friedemann Berg wegen Krankheit nicht dabei. Er soll aber zurückkehren. An der Seite von Eva Löbau als Franziska Tobler ist vorübergehend Carlo Ljubek als ihr Freiburger Kollege Luka Weber im Einsatz. Im neuen Krimi geht es um den Mord an einer 17-Jährigen und ihrem Tennislehrer.

Geduldsprobe für Münsteraner

Fans des mit Abstand beliebtesten „Tatort“-Teams mit Kommissar Thiel und Prof. Boerne, gespielt von Axel Prahl und Jan Josef Liefers müssen sich noch eine Weile gedulden. Der eigentlich übliche zweite Fall des Jahres fällt diesmal aus. Also: Diesen Herbst kommt kein neuer Film. Dafür aber könnte es 2019 sogar drei neue Münster-Krimis vom WDR geben.

... und für Stuttgarter

Auch Stuttgart-Fans bekommen dieses Jahr nur einen Fall. Er kommt im Herbst. Der SWR-Film „Der Mann, der lügt“ erzählt seine Geschichte aus Verdächtigen-Sicht. Der Zuschauer erfährt die Ermittlungsergebnisse nur scheibchenweise. Besonders spannend.

Hamburg, quo(te) vadis?

Auch wenn es quotentechnisch zuletzt nicht gut lief für Til Schweigers actiongeladene NDR-Krimis, wird weitergemacht. Allerdings nicht mehr mit dem bisherigen Regisseur-Autoren-Duo aus Christian Alvart und Christoph Darnstädt, sondern mit den Machern vom Rostocker „Polizeiruf 110“. Ab dem sechsten Fall mit Tschiller ist also unter anderem Eoin Moore verantwortlich.

Striesow verlässt das Saarland

Wie bereits bekannt, beenden der SR und Devid Striesow alias Stellbrink ihre Zusammenarbeit. Noch eine Folge, es ist der dann siebte Fall, kommt im Januar 2019. Ein neues Team ist in Arbeit.

Schluss ist auch in Bremen

Die Schauspieler Sabine Postel und Oliver Mommsen hören 2019 auf, nach dann 34 gemeinsamen Auftritten. Nur noch zwei Fälle mit Kommissarin Inga Lürsen und Kollegen Nils Stedefreund kommen. Radio Bremen will dann ein neues „Tatort“-Team präsentieren. (dpa)