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Montag, 04.06.2018

Ein Schumann-Ständchen für den Sachsen-König

Von Bernd Klempnow

Eine Schnapszahl als Chance. Der 333. Geburtstag von Johann Sebastian Bach in diesem Jahr ist für das renommierte Sächsische Vocalensemble Anlass, sein alljährliches Schumann-Fest diesmal der Bachrezeption von Robert zu widmen. Das geschieht innerhalb der Musikfestspiele, was diesen einen zusätzlichen Reiz gibt.

„Fast lebenslang strebte Schumann danach, Bachs Kompositionen zu erschließen“, sagt Ensemble-Leiter Matthias Jung. „Schon in der Leipziger Zeit begann er, das ,Wohltemperierte Klavier’ zu erforschen.“ Die Bachstudien, welche er mit seiner Frau Clara während ihres Dresden-Aufenthaltes von 1844 bis 1850 unternahm, hätten das Künstlerpaar zu eigenen, wichtigen Kompositionen angeregt. „Diesen wegweisenden Einfluss hörbar und erlebbar zu machen“, ist das Anliegen von geplanten Kammermusik-Konzerten an Schumann-Orten, dem zeitweisen Wohnort Schloss Maxen und dem Konzertort Palais Großer Garten, von einem Wandelkonzert im Elbtal, wenn Chorwerke und Orgelmusik verbunden werden. Und das Festkonzert in der Annenkirche bringt die von Schumann bearbeitete „Johannespassion“ von Bach zu Gehör. „Gewissermaßen ist diese Aufführung das Pendant zur begeistert aufgenommen Aufführung am Karfreitag mit dem Bachschen Original.“

Doch die Künstler um Matthias Jung feiern diese Musik nicht nur – wie seit Jahren – mit einem mehrtägigen Konzertfest vom 7. bis 10. Juni. Sie gestalten weiter jenen Robert-und-Clara-Schumann-Gedenkweg, welcher an Lebens- und Wirkungsorte in Dresden und Umgebung führt. Bislang erinnern Medaillons am Palais Großer Garten, am Coselpalais, an Schloss Maxen, am Hotel de Saxe, an der Kirche zu Kreischa, im Park von Schloss Weesenstein und an der Hirschbachmühle an das Künstlertum und an den Alltag des Paares.

Die Enthüllung des 8. Medaillons am 10. Juni in Pillnitz ist am Wasserpalais elbseitig geplant. Es soll an Ausflüge der Schumanns mit Freunden erinnern und wird im Rahmen eines Wandelkonzerts zu den Hosterwitz-Pillnitzer Kirchen – Maria am Wasser, Weinbergkirche und Schlosskapelle – stattfinden. Das Vocalensemble unter Jung bringt romantische Chormusik von Schumann, Mendelssohn und Brahms und Ausschnitte aus Bach-Kantaten zu Gehör. Der Freiberger Domkantor Albrecht Koch spielt an der Orgel der Kirche „Maria am Wasser“.

Das anzubringende Medaillon nimmt vor allem Bezug auf einen zweitägigen Familienausflug mit dem von Robert in Dresden gegründeten Chorgesangverein. Im akribisch geführten Haushaltbuch II, ist für den 20. und 21. August 1848 festgehalten: hübsche Parthie nach Pillnitz. Die sogenannte „Parthie“ empfing ihre Besonderheit dadurch, dass dem König Friedrich August II. in der königlichen Sommerresidenz ein Ständchen dargeboten worden war.

Infos/Karten: www.saechsisches-vocalensemble.de

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