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Freitag, 19.10.2018

Ein Mann für packende Klangerlebnisse

Erneut ehrt die Familienstiftung des legendären Dirigenten Ernst Edler von Schuch einen jungen Maestro. Bisherige Preisträger machen rasant Karriere.

Von Bernd Klempnow

Gábor Hontvári gilt als Dirigententalent und wird in Dresden dafür fördernd geehrt.
Gábor Hontvári gilt als Dirigententalent und wird in Dresden dafür fördernd geehrt.

© Andy Poecking

Herbst-Zeit ist in Dresden Preis-Zeit. Erstaunlich viele Institutionen ehren dann junge Talente und große Meister. So vergibt an diesem Wochenende die Stiftung zur Förderung der Semperoper ihre alljährliche und diesmal 26. Auszeichnung. Der Starbassist Georg Zeppenfeld erhält die Ehrung. Kurz darauf verleiht der Presseclub Dresden seinen 23. Erich-Kästner-Preis. Markus Rindt, Mitbegründer und Intendant der Dresdner Sinfoniker, kann ihn entgegennehmen. Und es wird nächste Woche wieder ein junger Dirigent mit dem noch jungen Ernst-von-Schuch-Preis gefördert. Seit fünf Jahren tut dies derart die Familienstiftung des legendären Kapellmeisters Ernst Edler von Schuch, der von 1872 bis 1914 als Generalmusikdirektor an der Dresdner Hofoper wirkte und mit Uraufführungen von Opern wie „Salome“, „Elektra“ und „Rosenkavalier“ von Richard Strauss dem Hause zu Weltruhm verhalf.

Faible für Barockes bis Modernes

Diese mit 2 000 Euro dotierte Förderung geht in diesem Jahr an den jungen Ungarn Gábor Hontvári, der unlängst sein Studium an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar“ mit Auszeichnung beendet hat. Der junge Mann, Jahrgang 1993, stammt aus Györ und ist seit 2016 Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Im Juni dieses Jahres wurde er beim Auswahldirigieren des Brandenburgischen Staatsorchesters in Frankfurt/Oder unter sechs Kandidaten von der fünfköpfigen Jury des Dirigentenforums und der Schuch-Urenkelin Martina Damm als Sprecherin der Familienstiftung ausgewählt.

Hontvári zeichnet vor allem aus, so urteilen Experten, dass er es versteht, „dank profunder Partiturkenntnis, klarer Taktvorgabe, präziser Ausdrucksweise, ausdrucksvoller Gestik und höchster Musikalität das Orchester wie die Solisten so auf sein Dirigat einzustimmen, dass sich so das Stück zu einem packenden Klangerlebnis entwickelt“.

Was auch für den Auserkorenen spricht: Der junge Maestro spielt Klavier, hat zudem den Bachelor im Chordirigieren abgelegt. Er arbeitete bereits mit namhaften Künstlern wie dem Staatsoperetten-Chef Andreas Schüller, dem Barockspezialisten Alessandro de Marchi und Modernguru Péter Eötvös zusammen, dem derzeitigen Compositeur der Staatskapelle. Bereits während seiner Ausbildung gewann er unter anderem den 1. Preis beim Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Hochschulen mit dem MDR. Im letzten Monat hat er beim „Campus-Dirigieren“ der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ teilgenommen und wurde als einer von 13 Teilnehmern in die 2. Runde für Januar 2019 nach Nürnberg eingeladen.

Erstaunlich beim Schuch-Preis, der eines der wenigen Dirigentenfördermittel überhaupt ist: Alle bisherigen Geehrten machen schnell Karriere. Der allererste Preisträger ist mittlerweile 1. Kapellmeister am Theater Plauen-Zwickau. Der zweite avancierte gar zum 1. Koordinierten Kapellmeister des Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar. Der dritte Preisträger ist bereits 1. Kapellmeister am Landestheater Coburg und der vierte Preisträger arbeitet europaweit und bereitet seine erste Opernaufführung in Italien vor.

Der Schuch-Preis wird am 25. Oktober, um 18 Uhr im Festsaal des Landhauses Dresden übergeben.

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