erweiterte Suche
Mittwoch, 09.05.2018

Ein Kind wird entführt

„Sieben Seiten der Wahrheit“ ist ein ungewöhnlicher Krimi: Jede der sechs Folgen erzählt aus dem Blickwinkel einer anderen Figur.

Von Ute Wessels

Anna (Leeanna Walsman) und Joe (Alex Dimitriades) sind in großer Sorge um ihren entführten Sohn – der plötzlich unversehrt und gut gelaunt wieder auftaucht. Wo hat der kleine Sam gesteckt?
Anna (Leeanna Walsman) und Joe (Alex Dimitriades) sind in großer Sorge um ihren entführten Sohn – der plötzlich unversehrt und gut gelaunt wieder auftaucht. Wo hat der kleine Sam gesteckt?

© dpa

Der kleine Sam wird entführt. Für Börsenmakler Joe Marin und seine Frau Anna beginnen ungewisse Zeiten des Wartens – und für den Fernsehzuschauer fast sechs Stunden Krimi der anderen Art: In sechs Episoden erzählt die australische Reihe „Sieben Seiten der Wahrheit“ den Entführungsfall jeweils aus der Sicht einer anderen Hauptperson. Arte zeigt die ersten drei Folgen am Donnerstag und die weiteren am Freitagabend.

Anna und Joe Marin (Alex Dimitriades und Leeanna Walsman) stehen vor einem Rätsel. Wer sollte ihren Sohn entführt haben? Und warum? Es gibt keine Lösegeldforderung. Auch die Polizei ist ratlos. Anna war drei Tage auf Geschäftsreise, Joe stand im Job vor einem riskanten Finanzdeal. Die erste Episode schildert den Fall aus Sicht des Vaters. Der versucht alles, um Sam zu finden. Anna kehrt nach Hause zurück. Die Nerven liegen blank, als Sam abends plötzlich wieder auftaucht: Er war bei Simon, einem Ex-Freund Annas. Die versichert, seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Simon gehabt zu haben. Das Rätsel wird größer, als klar wird, dass sich bei Simon die Prostituierte Angela aufhielt. Sie hat die Polizei alarmiert – Joe war ihr Kunde. In den weiteren Episoden setzen Regisseur Glendyn Ivin und Autorin Jacquelin Perske das Puzzle allmählich zusammen. Stück für Stück nähert sich der Zuschauer der Lösung, taucht ein in die Ehegeschichte der Marins und erfährt, was Simon mit Sam verbindet, was Joes Kollege Mitch damit zu tun hat – und wie alle zu allen in mehr oder weniger komplizierten Beziehungen stehen.

Die verschiedenen Sichtweisen der einzelnen Figuren zu sehen macht die Reihe spannend. Manche Szenen wiederholen sich in den Episoden zwangsläufig, der Zuschauer sieht, wie sie die eine oder andere Person erlebt hat. Bisweilen führt das Eintauchen in die Leben der jeweiligen Hauptfiguren aber auch recht weit weg vom eigentlichen Geschehen, der Entführung. Da muss man tatsächlich dranbleiben, um nicht den roten Faden zu verlieren. (dpa)

„Sieben Seiten der Wahrheit“, Do./Fr. ab 20.15 Uhr, Arte