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Dienstag, 15.05.2018 TV-Tipp

Ein Anwalt wie ein blumiger Rotwein

Fritz Karl spielt einen Anwalt, der zwischen Professor Boerne und „Monk“ anzusiedeln ist und recht spezielle Probleme hat.

Von Jonas-Erik Schmidt

Hat mehr als einen Spleen: Anwalt Falk (Fritz Karl).
Hat mehr als einen Spleen: Anwalt Falk (Fritz Karl).

© Henning Kaiser/dpa

Ein Anwalt, der Gerichtssäle hasst, ist eigentlich kein guter Anwalt. Im Fall des Juristen Falk, der am Dienstag erstmals in der neuen und nach ihm benannten ARD-Serie „Falk“ zu sehen ist, kann man die Abneigung aber allein schon aus modischen Gesichtspunkten verstehen: Die Roben sind schuld.

Der Düsseldorfer Anwalt neigt nämlich zu dandyhafter Extravaganz: groß karierte Westen, geblümte Krawatten, Samtsakkos. Vor Gericht bleibt davon aber rein gar nichts übrig, weil alles unter der Anwaltskluft verschwindet. Der Kleidungsstil der Hauptfigur ist das Erste, das an der neuen Serie ins Auge springt, von der die ARD sechs Folgen auf ihrem Serien-Sendeplatz zeigt. Falk, gespielt von Fritz Karl, fällt optisch auf. Eigentlich passt er besser zu einem Reitturnier der englischen Upperclass als in ein deutsches Amtsgericht. Auffallen muss Falk allerdings auch, denn Anwaltsserien gibt es viele. Erst jüngst schickte etwa RTL „Beck is back“ ins Rennen.

Es ist daher nicht nur die Optik, die „Falk“ von der Konkurrenz abheben soll. Vor allem ist es auch die Idee, von einem Anwalt zu erzählen, der seinen Job am liebsten an den Nagel hängen will, weil er ihn hasst. Das hat Falk auch schon getan und sich seinen Traum erfüllt, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Er liebt gute Weine und exquisites Essen. Leider ist das Lokal pleitegegangen. Um es zurückzubekommen, muss der Jurist notgedrungen wieder in der honorigen Kanzlei „Offergeld & Partner“ anfangen. Was gut ist, denn als Anwalt gilt Falk als ebenso brillant wie unberechenbar. Wenn es um ihn selbst geht, ist er emotional absolut unfähig – die Psyche anderer kann der verhinderte Gastronom aber filetieren wie einen Lammrücken. In der Kanzlei ist er der Experte für spezielle Klienten – etwa für einen Ministerpräsidenten, der Dessous unter seinen Anzügen trägt und damit in die Bredouille geraten ist. Seine Fälle löst Falk am liebsten nicht im Gericht. Er hat andere Methoden.

Darsteller Fritz Karl sagt, dass er zur Entwicklung der Figur viel beitragen konnte. „Einen normalen Anwalt zu spielen – das hätte mich wenig interessiert“, sagt der Österreicher. Wichtig sei ihm gewesen, dass der Humor – „Falk“ ist im Kern eine komödiantische Serie – etwas Spleeniges haben müsse. „Zudem wollte ich immer einen Dandy spielen.“ Sucht man nach Vergleichen, landet man wohl irgendwo zwischen dem ebenso adrett gekleideten Professor Boerne aus dem Münsteraner „Tatort“, dem überheblichen Mediziner „Dr. House“ und dem neurotischen Ermittler „Monk“. Dass „Falk“ dennoch einen eigenen Ton findet, liegt vor allem an Hauptdarsteller Karl, der seine Figur mit sichtlichem Genuss spielt und sie weder zu einer Witzfigur macht noch zu einem kompletten Ekelpaket. Kurz: primetime-tauglich.

Flankiert wird Karl von Mira Bartuschek, die als Kanzleichefin mit der Art ihres Top-Juristen hadert. Ihren Vater, den Alt-Chef, spielt Peter Prager. (dpa)

„Falk“, dienstags, 20.15 Uhr, ARD

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