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Donnerstag, 27.07.2017

Ehrungen für einen König

Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe bekommt beim ersten Märchenfilmfest von Annaberg-Buchholz einen Preis für sein Lebenswerk.

Von Martin Kloth

Ruhm, wem Ruhm gebührt: Altstar Rolf Hoppe.
Ruhm, wem Ruhm gebührt: Altstar Rolf Hoppe.

© Daniel Förster

Er war einer der bekanntesten Schauspieler in der DDR und trat in verschiedenen Märchenfilmen auf. Unter anderem spielte er den König in dem Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Insofern ist es nur konsequent, dass Rolf Hoppe (86) erster Preisträger beim neuen Märchenfilmfestival „fabulix“ in Annaberg-Buchholz sein wird. Bei einer Gala soll er am 25. August in der Erzgebirgsstadt für sein Lebenswerk geehrt werden. Hoppe, der in Dresden lebt, werde die Auszeichnung persönlich entgegennehmen, teilte die Stadt auf Anfrage mit.

International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Darstellung des Nazi-Ministerpräsidenten Hermann Göring in dem Spielfilm Mephisto, der 1982 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Nach dieser Rolle wurde er in der Bundesrepublik in Peter Schamonis Spielfilm Frühlingssinfonie (1983) besetzt, wo er den Musiker und Musikpädagogen Friedrich Wieck verkörperte. Auch nach der Wende blieb Rolf Hoppe ein international viel beschäftigter Schauspieler.

Die tschechisch-deutsche Co-Produktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wird auf dem Festival (23. bis  27. August) ebenso gezeigt wie „König Drosselbart“ mit Manfred Krug oder „Die Goldene Gans“. Gleich in zwei Defa-Filmen ist die Ehrenpräsidentin des Festivals Christel Bodenstein zu sehen. Sie spielt die Hauptrolle in „Das singende, klingende Bäumchen“ von 1957 sowie in „Der kleine Prinz“.

Die DDR-Verfilmung des gleichnamigen Buches von Antoine de Saint-Exupéry war ein halbes Jahrhundert unter Verschluss. Weil die Erben des Autors aus urheberrechtlichen Gründen keine Genehmigung erteilten, wurde der Film laut Veranstalter nach seiner Fertigstellung 1966 „nur einige wenige Male mit Ausnahmegenehmigung gezeigt“. Seit 2015 sind die Urheberrechte an dem Buch erloschen und der Film von Regisseur Konrad Wolf kann auf der Leinwand laufen.

Eröffnet wird das Festival mit der deutschsprachigen Erstaufführung des tschechischen Films „Kronprinz“. Im Wettbewerbsprogramm laufen 28 Filme aus Deutschland, Tschechien, Schweden, Frankreich, Kanada und USA. Jury ist das Publikum, das den Lieblingsfilm wählt. Dieser wird am Schlusstag mit dem „fabulix“-Publikumspreis 2017 ausgezeichnet.

Darüber hinaus werden im Rahmenprogramm acht Defa-Kurzfilme aus den Bereichen Puppentrick- und Zeichentrickfilm gezeigt. Einer der Höhepunkte des Festivals soll das große Galakonzert „Märchenhafte Sommernachtsmelodien“ am 25. August werden. Auf der Bühne werden Ella Endlich, Helena Vondrackova und Michael Schanze stehen. (dpa)

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