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Sonntag, 21.08.2016

Düster, spannend, spaßig

Das deutsche Fernsehvolk freut sich: Ab Sonntag gibt es neue ARD-Sonntagabendkrimis.

Von Bernd Klempnow

Spaß mit dem Skelett: Jan Josef Liefers (l.) als Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Hauptkommissar Frank Thiel ulken beim Dreh zum neuen „Tatort“ aus Münster rum.
Spaß mit dem Skelett: Jan Josef Liefers (l.) als Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Hauptkommissar Frank Thiel ulken beim Dreh zum neuen „Tatort“ aus Münster rum.

© dpa

Die „Tatort“- und „Polizeiruf 110“-Saison geht wieder los. An diesem Sonntag ermitteln ab 20.15 Uhr die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk. Es ist ein düsterer, emotionsreicher Film mit vielen Verzweifelten und überraschenden Wendungen – sein Titel: „Durchgedreht“. Gut 45 neue ARD-Sonntagabendkrimis wird es bis nächsten Juli geben. Eine erste Vorschau:

Heikle Themen

Im 19. Fall der Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz „Hal“ am 28. August geht es zunächst um den Mord an einer jungen Frau. Doch Erfolgsautor und Regisseur Niki Stein nutzt den Fall, um das drohende Szenario einer totalen Überwachung durch das Sammeln von Daten und Zusammenfügen zu Profilen zu beleuchten.

Der Schweizer „Tatort: Freitod“ am 18. September wiederum handelt von freiwilligem und unfreiwilligem Sterben, von Gegnern und Befürwortern der stark diskutierten Selbsttötung im Krankheitsfall.

Großartige Schauspieler

Egal, wie der erste „Polizeiruf 110“ der Saison am 11. September wird, es agieren großartige Schauspieler. Mit Matthias Brandt als Münchner Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels und Barbara Auer als alkoholkranke Polizeikollegin sind zwei Charaktermimen dabei. Auch der Fall „Wölfe“ scheint interessant zu sein. Eine Spur führt zu einem Türken, der auf einem Einöd-Hof lebt, früher Mitglied der rechtsextremen türkischen Partei „Graue Wölfe“ war, unter dem Schutz des BND steht und nun untergetaucht ist.

Mumien und Klamauk in Münster

Neue Rekordquoten dürfte es am 25. September geben, bei der „Feierstunde“ aus Münster. Die Story: Professor Boerne triumphiert. Er leitet ein großes Projekt zur Mumienforschung und feiert das. Ein anderer hat wenig Erfolg: Professor Götz forscht vereinsamt im Labor vor sich hin. Er will ein Heilmittel für seine schwer kranke Frau finden. Dann wird diese erschossen, Herr Götz ist tatverdächtig, taucht zudem bei Boernes Feierstunde im Nobel-Restaurant auf – und setzt ein Ultimatum … Krimi oder Klamauk? Immerhin führt Lars Jessen Regie. Er inszenierte mit der „Chinesischen Prinzessin“ 2013 einen der besten Fälle seit dem Start des Duos Boerne/Thiel 2002.

Zweiter Versuch aus Dresden

Nach dem umstrittenen, in der Volksmusikszene spielenden ersten „Tatort“ aus Dresden gibt es am 2. Oktober Fall zwei „Der König der Gosse“. Der wurde gedreht, bevor der erste gezeigt wurde, also dürften die Kommissarinnen weiterhin so unsympathisch sein. Laut MDR wird es nicht ironisch, weil der Film im Obdachlosenmilieu spielt. Teil drei und vier entstehen in Kürze.

Jubiläum im 46. Jahr der Erfolgsserie

Der 1 000. „Tatort“ kommt im November heraus. Im Fall „Taxi nach Leipzig“ – so auch der Titel des ersten „Tatorts“ 1970 – werden die Hannoveraner Kommissarin Lindholm und der Kieler Kommissar Borowski mit einem Elite-Soldaten konfrontiert, der sich nach seinem Afghanistan-Einsatz an seiner Ex-Freundin rächen will.

Abschied und Willkommen

Zum Jahresende ermittelt Klara Blum am Bodensee nach 14 Jahren das letzte Mal. Dafür startet 2017 das neue Schwarzwald-Team von Kriminaloberrat Schöllhammer, den Ex-Late-Night-Moderator Harald Schmidt gibt. Na dann, gute Unterhaltung!

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